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Zwischenruf: Es lebe der Videotext

WOCHENBLATT-Redakteur Björn Carstens
Neulich im Elektronikmarkt: Ich brauche einen neuen Fernseher. Zwei Dinge sind mir wichtig. Schön groß muss er sein und Videotext soll er haben. "Videotext?", fragt mich der Verkäufer mit entgeistertem Blick, als hätte er das Wort zum ersten Mal in seinem Leben gehört. "Die neuen Geräte sind internetfähig", meint der Jungspund. "Ja, Videotext!", sage ich im Brustton der Überzeugung. Auch wenn die maximal 23 Zeilen mit 39 Anschlägen für die www-Generation archaisch anmuten, selbst wenn das Design an die Urzeiten der Computergrafik erinnert: Ich will Videotext nicht missen. Für mich hat er was Nostalgisches. Wie ich in internetlosen Zeiten 90 Minuten vor der Glotze hing, nur um auf den Spielstand meiner Lieblingsmannschaft zu starren. Ständig musste ich die Textnummer neu eintippen, um das Ergebnis zu aktualisieren. Eigentlich fehlt dem Videotext alles, was das Web so erfolgreich macht: Design, Tempo, Vielfalt. Aber vielleicht ist genau das seine Stärke. Unmodern muss nicht schlecht bedeuten. Videotext darf nicht sterben. Björn Carstens