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Zwischenruf: Jünger machen geht nicht - lieber entschleunigen!

Axel-Holger Haase
(ah). Vor kurzem begleitete ich meine Mutter - die beste von allen - zum Arzt. Nachdem wir von dem Termin wieder zuhause waren, schmunzelte meine Mutter: „Axel, wir müssen den Arzt wechseln. Er hat gesagt, jünger machen kann er mich auch nicht!“. Und sie lachte.
Nun, meine Mutter ist 86 Jahre alt und erfreut sich bis auf die altersbedingten Wehwehchen eines regen Geistes. „Aber eigentlich möchte ich gar nicht mehr sehr viel jünger sein“, führte sie weiter aus. „Heutzutage muss man auf viel mehr aufpassen als früher! Stets neue Lebensmittelskandale. Immer neue Tabletten, da die Krankenkasse die bisher verschriebenen nicht mehr bezahlt. Nur noch große Supermärkte, in denen man die Bedienung nicht mehr kennt! Und mit dem Computer komme ich auch nicht zurecht!“ Entschleunigung ist angesagt!
Das war ein Rundumschlag! Aber geht es uns Jüngeren nicht ebenso? Alle Funktionen meines neuen Rechners nutze ich bei weitem nicht. Die Espressomaschine erfordert bereits meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Laut Analysen sind die meisten mit der Technik ihres Autos überfordert. Bloß nicht zu viele Einstellmöglichkeiten!
Aber in einem konnte ich meine Mutter überzeugen. Wir kaufen immer zusammen ein und sie freut sich über die große Warenvielfalt - die gab es früher wirklich nicht!