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Grosse-Brömer (CDU): "Ich habe nie an Zäunen gerüttelt"

Will das Direktmandat im Wahlkreis Harburg holen: Michael Grosse-Brömer (CDU) (Foto: oh)
os. Brackel. Als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist Michael Grosse-Brömer (52) ein begehrter Gesprächspartner. Bei der Bundestagswahl am 22. September will der Jurist aus Brackel wieder das Direktmandat im Wahlkreis 36 Harburg holen. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander spricht Grosse-Brömer über seine Ziele.
WOCHENBLATT: Sie treten wieder als Direktkandidat im Wahlkreis Harburg an. Wie sehen Sie Ihre Chancen gegen die Konkurrenten wie Svenja Stadler (SPD) oder Nicole Bracht-Bendt (FDP)?
Michael Grosse-Brömer: Als amtierender, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter gehe ich zuversichtlich in den Wahlkampf. Und ich hoffe, dass auch die Wählerinnen und Wähler im Landkreis Harburg meine gute Arbeit in den vergangenen elf Jahren als ihr Interessenvertreter in Berlin am 22. September honorieren werden.
WOCHENBLATT: Im Gegensatz zu Ihren Konkurrentinnen, die beinahe omnipräsent sind, sieht man von Ihnen kaum Wahlplakate. Setzen Sie voll auf Ihren Bekanntheitsgrad als Spitzenpolitiker in Berlin?
Grosse-Brömer: Nein, das ist nicht der Grund. Aber wir haben im Wahlkampfteam schon frühzeitig entschieden, nicht zu früh vor der Wahl Plakate aufzuhängen. Die Menschen wollen auch nicht monatelang mit Wahlplakaten vollgehängte Städte und Straßen sehen. Deshalb beginnen wir erst ab dem offiziellen Wahlkampfauftakt mit dem Plakatieren. Einige zusätzliche Fotos von mir werden die Leute also auch noch zu sehen bekommen.
WOCHENBLATT: Wie lautet Ihre Bilanz der vergangenen vier Jahre? Was war der wichtigste Erfolg der Koalition?
Grosse-Brömer: Die vergangene Legislaturperiode war für Deutschland sehr erfolgreich. Mit Blick auch auf unsere europäischen Nachbarn kann ich zusammenfassen: Unserer Wirtschaft geht es blendend, die Arbeitslosenzahlen sind so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr und unsere Steuereinnahmen sind stabil. Die Schuldenbremse halten wir sogar drei Jahre früher als vorgesehen ein.
WOCHENBLATT: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat angekündigt, keinen Koalitionsvertrag zu unterschreiben, in dem die Kfz-Maut nicht vorkommt. Haben Sie schon Angst um die Koalition oder sehen Sie Seehofers Forderung als "Wahlkampfgetöse"?
Grosse-Brömer: Nein, um die Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU mache ich mir keine Sorgen. Aber die Bayern waren und sind immer sehr selbstbewusst.
Beim Thema Maut nur für Ausländer sehen Juristen allerdings erhebliche Probleme. Die CDU möchte nicht, dass die Maut zu den jetzigen Kfz-Steuern noch oben drauf kommt. Ich denke, wir sollten erst einmal die Koalitionsverhandlungen abwarten und schauen, welche Vorschläge die Bayern zur Lösung dieses Problems machen.
WOCHENBLATT: Wie sind Ihre persönlichen politischen Ziele? Als Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion gehören Sie zu den wichtigsten Politikern der CDU.
Grosse-Brömer: Mein politisches Ziel war und ist es, den schönsten Landkreis Deutschlands in Berlin vertreten zu dürfen. Dieses mache ich mit großer Freude und unabhängig davon, welche Aufgaben ich in Berlin darüber hinaus übertragen bekomme. Ich habe mich nie nach vorne gedrängt und an Zäunen gerüttelt und so werde ich es weiterhin halten.
WOCHENBLATT: Was sind die dringlichsten Aufgaben für die kommende Bundesregierung?
Grosse-Brömer: Deutschland ist in Europa eine Insel der Stabilität. Unser Wohlstand und unsere soziale Sicherheit suchen weltweit ihresgleichen. Insgesamt gilt es, diesen hohen Lebensstandard, den wir uns in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten hart erarbeitet haben, durch eine kluge und zukunftsorientierte Politik zu erhalten.
WOCHENBLATT: Herr Grosse-Brömer, vielen Dank für das Gespräch.