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Grüne kritisieren Süderelbe AG: "Keine messbaren Erfolge"

Jochen Winand steht seit dem Gründungsjahr 2004 an der Spitze der Süderelbe-AG. Im nächsten Jahr will er aufhören (Foto: archiv)

Landkreis soll sich aus der Förderung der Wachstumsinitative zurückziehen / Geschäftsführer Wienand kontert: "Wir sind zukunftsfähig"


"Zehn Jahre Süderelbe AG haben für den Landkreis Harburg keine messbaren Erfolge gebracht", sagt Ruth Alpers, Sprecherin der Grünen im Kreistag. Ihre Fraktion fordert einen Rückzug aus der AG, für die der Landkreis Harburg pro Jahr 80.000 Euro zahlt.

Jüngst hatte sich der Wirtschaftsausschuss des Kreistages für eine Fortführung des Süderelbe-Engagements ausgesprochen - allerdings mit Einschränkungen. Künftig, so bestätigt auch Süderelbe-Chef Jochen Winand, bekommt die AG weniger Fördermittel von ihren Aktionären. Bisher zahlten die 612 Euro pro Anteil und Jahr, in Zukunft sind es nur noch 489 Euro. Gleichzeitig wird die Kündigungsfrist von fünf auf zwei Jahre reduziert. Nicht nur beim Landkreis, auch bei den Sparkassen, einem der Hauptgeldgeber, denkt man über das Verhältnis zur Wachstumsinitiative nach. Seit die Süderelbe AG mit einer eigenen Immobilien-Gesellschaft den Sparkassen Konkurrenz macht, hat deren Kooperationsfreudigkeit offenbar ein wenig gelitten. Kein Wunder: Wer sponsert schon den eigenen Wettbewerb?

Noch bis Ende 2014 will Joachen Winand das Schiff Süderelbe steuern. Dann ist er zehn Jahre dabei und möchte Platz machen für neue Perspektiven und neue Ideen. Seine Überzeugung: „Die AG ist zukunftsfähig.“Die Kritik der Grünen weißt der Süderelbe-Chef zurück. Wienand nennt verschiedene Initiativen wie das Projekt zur Integration von über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt oder die Prozessoptimierung in Unternehmen, die auch für den Kreis Harburg von großer Bedeutung seien. Zudem habe die Süderelbe AG seit 2005 122 Hektar Gewerbeflächen entwickelt und vermarktet, 132.000 Quadratmeter Gebäudeflächen realisiert. Daraus seien über 800 Arbeitsplätze entstanden.

Für die Grünen im Kreistag ist 2014 gleichwohl der Zeitpunkt, der AG den Rücken zu kehren. Ruth Alpers: „In den zehn Jahren seiner Mitgliedschaft hat der Landkreis Harburg fast eine Million Euro in die Süderelbe AG einbezahlt. Wir bleiben bei unserer Feststellung: ‚Außer Spesen nichts gewesen‘.“ In Kürze wird der Kreisausschuss entscheiden.

Wirtschaftswachstum
und Arbeitsplätze


Die „Wachstumsinitiative Süderelbe AG“ wurde 2004 auf Initiative von Landkreisen, Kommunen und Sparkassen aus dem Süderelberaum sowie diversen Unternehmen aus Niedersachsen und Hamburg gegründet. Erklärte Ziele: Mehr Wirtschaftswachstum, höhere Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Derzeit halten knapp 130 Aktionäre Anteile und unterstützen die AG mit einem Jahresbeitrag. Inzwischen beschäftigt die Süderelbe AG rund 30 Mitarbeiter.