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Kommentar: Ohne Schuleinzugsbezirke geht es nicht

Die Grafik des Landkreises zeigt es deutlich: Fast die hälfte aller IGS Schüler kommt nicht aus der Standortgememeinde (Foto: Landkreis Harburg)

Auf Dauer kaum finanzierbar: Immer mehr Busse und sogar Taxis werden eingesetzt, um Schüler quer durch den Landkreis zu transportieren

Schülertransport im Landkreis Harburg - was einmal ein sinnvolles Instrument zur Erleichterung des Schulbesuchs war, ist heute ein sündhaft teurer Individual-Transportservice auf Kosten der Allgemeinheit. Dabei kommt es zu absurden Konstellationen. Allein aus dem Oberschulstandort Hanstedt fahren zum Beispiel 36 Kinder per Bus zur Oberschule in der Nachbargemeinde Jesteburg. Einem Schüler aus Borstel finanziert der Landkreis - teilweise per Taxi - die Fahrt zur Integrierten Gesamtschule (IGS) nach Hittfeld. Dabei gibt es vor der Haustür des Schülers die IGS Winsen Roydorf.
Die Wurzel des Übels ist vor allem die politisch gewollte Abschaffung der Schuleinzugsbezirke. Anstelle einer „Zuteilung“ der Schüler, müssen sich Schulen heute auf dem „Bildungsmarkt“ vor der Elternschaft prostituieren, um ihre Klassenzimmer zu füllen. Den Zuschlag bekommt dabei oft nicht die nächstgelegene Schule, sondern eine Einrichtung, von der man - wie auch immer Gutes gehört hat. Eine schnell gefällte Entscheidung, weil Eltern an den Transport des Nachwuchses keinerlei Gedanken verschwenden müssen.
Dass es auch anders geht, zeigen die Gymnasien. Hier gibt es noch Schuleinzugsbezirke. Im Gymnasium Hittfeld werden beispielsweise nur 6 Prozent Kinder unterrichtet, die nicht aus dem Einzugsbereich stammen. Zum Vergleich: Bei der IGS Hittfeld sind es 49 Prozent.
Mittlerweile existiert im Kreisgebiet mit Buchholz, Seevetal und Winsen eine flächendeckende Versorgung mit Integrierten Gesamtschulen. Es gibt also keinen Grund mehr, auf Schuleinzugsbezirke zu verzichten. Es sei denn, den Verantwortlichen ist es egal, dass die Kosten für den Schülertransport in schwindelerregende Höhen steigen.

Mitja Schrader
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