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„Kostensparen wichtiger als Sicherheit“

Fracking bleibt in Deutschland auch weiterhin erlaubt (Foto: Foto: Fotolia_ goce ristesk)
(mi). >Fracking verbieten; die konventionelle Öl- und Gasförderung auf Eis legen, bis der Umgang mit den dabei entstehenden gesundheitsgefährdenden Abfällen geklärt ist; ein Stopp der „Endlagerung“ von giftigen Lagerstättenwasser unter Tage: Es waren keine Minimalforderungen, die Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen (BI) darunter, die BI „Kein Fracking in der Heide“ jetzt beim Landesbergbauamt (LBEG) stellten. Zufrieden mit dem Gespräch ist man bei den Fracking-Gegnern nicht.
Lagerstättenwasser wird auch weiterhin nicht aufgearbeitet, sondern wie es gängige Praxis ist, in alten Bohrlöchern endgelagert, das entspreche dem Stand der Technik. Für eine Aufarbeitung, der teilweise mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen belasteten Flüssigkeit, die als Abfallprodukt bei der Öl- und Gasförderung entsteht, bestünde nach Auffassung des LBEG keinerlei Veranlassung, teilte Andreas Sikorski, Präsident des LBEG laut BI mit. Der Präsident habe allerdings einräumen müssen, das LBEG verfüge über keinerlei eigene Erkenntnisse, wie sich das Einpressen großer Flüssigkeitsmengen auf Druckverhältnisse im Boden auswirkte. Dabei verlasse sich das LBEG auf die Expertise der in dem Bereich tätigen Öl- und Gasfirmen.
Dennoch habe das LBEG laut BI angekündigt, alle 450 niedersächsischen Versenkbohrungen einer Neubewertung zu unterziehen - für die Fracking-Gegner ein kleiner Erfolg.
Mit verhaltenem Optimismus blicken die BIs auf die Ankündigung, dass die kürzlich aufgedeckten Gefährdungen durch alte Bohrschlammgruben nun von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Einbeziehung des LBEG untersucht werden sollen. Allerdings sei zu befürchten, dass hier mehr geredet als gehandelt wird, so die Bedenken der Fracking-Gegner.
Größte Sorgen bereitet den Bürgerinitiativen, dass die oft als lebensfeindlich bezeichnete Frackingtechnik nicht komplett untersagt wurde. Damit sei eine großflächige Erschließung der Schieferlagerstätten auf einem Drittel der Fläche Deutschlands weiterhin möglich - mit all ihren unkalkulierbaren Umwelt- und Gesundheitsrisiken.
Nach wie vor spielten demnach bei der Genehmigungspraxis des Landesbergbauamts die für die Industrie anfallenden Kosten eine weitaus größere Rolle als die Sicherheit des Grundwassers, so das Fazit der Bürgerinitiativen.