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Lehrerdemo gegen Mehrarbeit

Eberhardt Brandt, Vorsitzender der GEW, am Rednerpult (Foto: Tobias Johanning)
tj. Landkreis. „So nicht, Rot-Grün“, ruft Horst Audritz vom Philologenverband den tausenden Lehrern vor dem Landtag Hannover zu. Zu der ersten Großdemonstration gegen Beschlüsse der neuen Landesregierung hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammen mit dem Philologenverband aufgerufen - und mehr als 8.000 Lehrer aus Niedersachsen beteiligten sich, auch Lehrer aus dem Landkreis. So waren Pädagogen u.a. von den Gymnasien aus Buchholz, Neu Wulmstorf und Tostedt nach Hannover gereist.
„So kann man nicht mit uns umgehen“, ist auch Eberhard Brandt, Vorsitzender der GEW, verärgert. Die Wut der Lehrkräfte richtet sich gegen zwei Vorhaben des Kultusministeriums mit Ministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Zum einen soll die Arbeitszeit von Gymnasiallehrern um eine Wochenstunde auf 24,5 angehoben werden. Kritiker beklagen, dass damit die wöchentliche Arbeitszeit mit Vor- und Nachbereiten des Unterrichts sowie dem Korrigieren von Klassenarbeiten auf mehr als 50 Stunden angehoben würde.
Außerdem wird die Altersermäßigung für Lehrkräfte über 55 Jahre 2014 nicht wieder in Kraft gesetzt, wie 2000 von der damaligen SPD-Regierung beschlossen. Durch die daraus resultierenden längeren Arbeitszeiten würden 1.900 junge Lehrkräfte weniger eingestellt werden, kritisiert die GEW. Dadurch steige der Altersdurchschnitt der Lehrer von derzeit 45,4 Jahren in den kommenden Jahren weiter an.
Mit diesen Maßnahmen sollen insgesamt 115 Millionen Euro durch die Mehrarbeit der Lehrer erwirtschaftet werden. Dabei seien schon unter der Regierung Wulff 2004 durch die Streichung von Weinachts- und Urlaubsgeld Millionen eingespart worden. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hält die Arbeitszeiterhöhung jedoch für „vertretbar und verkraftbar“, wie sie in einem Zeitungs-Interview erklärte.
„Wir haben heute ein klares Zeichen gesetzt, ein Symbol für den Kampf, wenn die Maßnahmen nicht zurückgenommen werden“, beendete Audritz die Kundgebung siegessicher.