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Zwischenruf: Wo Gysi recht hat, da hat er recht!

Im neuen Ost-West-Konflikt gebärden sich EU- und US-Politiker und ihre medialen Wasserträger gegenwärtig so, als würde der blutrünstige russische Bär dem friedfertigen Westen das Lämmchen Ukraine entreißen. Gregor Gysi, Chef der Linkspartei im Bundestag und umstrittener, aber unverzichtbarer Talkrunden-Gast, rückte den Konflikt jetzt in ein anderes Licht: Deutschland war dabei, als ohne UN-Mandat und gegen das Völkerrecht Serbien zerbombt wurde. Und Außenminister Frank-Walter Steinmeier lässt seit vielen Jahren "Deutschland am Hindukusch verteidigen". Dass die Amis Krieg machen, wenn es ihren Interessen dient - Stichwort Irak - geschenkt. Ein Mandat der Völkergemeinschaft war dazu noch nie nötig.
Klar, was Russland in der Krim veranstaltet, ist reine Machtpolitik zur Wahrung der eigenen Interessen. Ursache des Konflikts ist aber ein ziemlich unbedarfter, ja hirnrissiger EU-Kurs. Warum will man ein Land, dessen Bevölkerung in einigen Gebieten überwiegen nach Russland orientiert ist, ohne Rücksicht auf Verluste der EU einverleiben?
Vielleicht will ja die Staaten- und Wertegemeinschaft EU, deren Konsolidierung überfällig wäre, mit Expansions-Experimenten von der eigenen Krise ablenken? Das ist ein bewährtes Muster aus vergangenen Epochen. Langfristig funktioniert hat das aber noch nie. Reinhard Schrader