Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Bei Alkoholproblemen eine Beratungsstelle aufsuchen: Das raten Experten bei WOCHENBLATT-Telefon

Nach zu viel Alkohol kommt der Kater (Foto: BZgA)
Ein Gläschen zur Weihnachtsfeier, zum Sonntagsbraten, zum wohl verdienten Feierabend - das wäre kein Problem - wenn es bei ein, zwei Gläschen bleiben würde. Bei der WOCHENBLATT-Telefonaktion wurden anonyme Anrufer von zwei Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beraten. Das ist eine Auswahl der thematisch am häufigsten getellten Fragen und die Antworten der Berater:
Leserfrage: Immer, wenn ich unsere Tochter (34) auf ihren Alkoholkonsum anspreche – sie trinkt mindestens eine Flasche Sekt pro Tag – reagiert sie abweisend. Was kann ich tun?
Antwort: Ihre Tochter ist eine erwachsene Frau und kann selbst entscheiden, wie viel sie trinkt und ob sie darüber reden will. So schwer es für Sie als Mutter auch zu begreifen ist - Sie haben keine Chance, dass zu ändern, wenn Ihre Tochter sich des Problems nicht bewusst ist. Ich rate Ihnen, sich selbst Hilfe zu holen, damit Sie mit der Situation besser fertig werden. Spezielle Beratungsstellen nur für Angehörige findet man zum Beispiel unter www.dajeb.de. Die Beratung ist kostenlos
Leserfrage:Zu meinen Feierabendbierchen rauche ich gern. Meine Frau meint, das sei noch ungesünder, als nur zu rauchen oder nur Bier zu trinken. Das ist doch wissenschaftlich bestimmt nicht belegt?
Antwort: Doch. Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für die Bildung eines Tumors in der Mundhöhle, im Rachenraum oder der Speiseröhre um ein Vielfaches zunimmt, wenn zusätzlich noch geraucht wird. Experten gehen davon aus, dass die einzelnen Risiken sich nicht einfach addieren, sondern gegenseitig noch verstärken.
Leserfrage: Ab wann ist man eigentlich abhängig vom Alkohol?
Antwort: Es gibt keine Menge oder Häufigkeit, die festlegt, ob eine Alkoholabhängigkeit vorliegt. Als Indiz kann gelten, dass bei Abhängigen Alkohol so wichtig geworden ist, dass sie andere Interessen zurück stellen. Es fällt ihnen sehr schwer, maßvoll zu bleiben, wenn sie einmal mit dem Trinken begonnen haben. Sie haben oft erfolglos versucht, weniger oder gar nicht zu trinken.
Leserfrage: Unsere Tochter ist über 40. Seit Jahren leidet sie an einer Depression. Sorgen macht uns, dass sie in letzter Zeit immer mehr trinkt. Kann das mit der Depression zusammenhängen?
Antwort: Ja, sehr viele Menschen mit Alkoholproblemen haben im Hintergrund eine depressive Erkrankung. Mit Hilfe des Alkohols lässt sich kurzzeitig zwar die Stimmung verbessern, aber auf Dauer rutscht man so immer tiefer in die Depression, und es entsteht das Risiko einer Alkoholabhängigkeit. Hier muss nicht nur der Alkoholmissbrauch sondern vor allem auch die Depression behandelt werden. Um eine Depression behandeln zu können, braucht man zunächst eine fachärztliche Diagnostik. Vielleicht können Sie mit Ihrer Tochter ins Gespräch kommen und ihr zur Konsultation eines Psychiaters oder Psychotherapeuten raten.
Leserfrage: Meine Frau trinkt jeden Abend drei, vier Gläser Wein. Ist die Menge noch in Ordnung?
Antwort: Wenn man auf seine Gesundheit achten möchte, sollte man als Frau nicht mehr als 10 Gramm reinen Alkohol pro Tag trinken, Männer nicht mehr als 20 Gramm. 10 Gramm reiner Alkohol stecken zum Beispiel in einem kleinen Glas Wein (0,125 Liter) oder in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder in einem Schnapsglas (0,04 Liter). Der Alkoholkonsum Ihrer Frau liegt also deutlich über der empfohlenen Grenze. Hinzu kommt: Zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden.
Leserfrage: Ich habe mehrfach versucht, weniger zu trinken. Es klappt aber selten. Wie kann ich es schaffen?
Antwort:Zögern Sie nicht, bei einer Suchtberatungsstelle ein Gespräch zu vereinbaren. Die Experten dort werden mit Ihnen zusammen einen Weg finden. Sie unterliegen – genau wie Ärzte – der Schweigepflicht. Eine Datei von Beratungsstellen, geordnet nach Postleitzahlen, steht im Internet unter www.bzga.de/service/beratungsstellen/suchtprobleme.

Für weitere Fragen ist das Sucht-Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Mo. bis Do., 10 bis 22 Uhr, Fr. bis So. 10 bis 18 Uhr unter Tel. 0221/892031 erreichbar.
Alle Materialien sind kostenfrei unterwww.bzga.de/Infomaterialien zu bestellen oder zum Download bereit.

Seiten zur Alkoholprävention im Internet:
Für Jugendliche unter 16 Jahren: www.null-alkohol-voll-power.de, für Jugendliche von 16 bis 20 Jahren: www.kenn-dein-limit.info, für Erwachsene: www.kenn-dein-limit.de.