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Eisige Kälte im Winter wird oft unterschätzt: Johanniter geben Tipps bei kalten Temperaturen

(johanniter). Kälte ist nicht nur unangenehm, sie birgt auch große Gefahren. Denn eine Erfrierung droht nicht erst bei Minusgraden. Die Minderdurchblutung von Haut und Extremitäten kann bei starker Abkühlung sogar örtliche Schäden des Körpergewebes verursachen. Ist der Körper zu lange eisigen Temperaturen ausgesetzt, kühlt der Gesamtorganismus ab und das kann im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen. Wer aber einige wenige Regeln beachtet, geht gesund durch die Wintermonate.
Wenn es draußen kalt und windig ist, gilt es, besonders den Kopf zu schützen. Über ihn geht die meiste Körperwärme verloren. Doch auch Füße und Hände müssen mit festem und warmem Schuhwerk beziehungsweise mit Handschuhen gewärmt werden, da sich die Blutgefäße in den Extremitäten schnell verengen. Das führt dazu, dass weniger Blut durch das Gewebe fließt und die Gliedmaßen auskühlen. „Die weit verbreitete Annahme, dass alkoholische Getränke den Körper von innen wärmen, ist falsch: Alkohol weitet die Gefäße. So wird die Hautoberfläche stärker durchblutet und der Körper verliert Wärme“, warnt Dr. Hans-Peter Reiffen, stellvertretender Landesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Unter besonders starker Kälteeinwirkung wird das Hautgewebe geschädigt. Besonders häufig treten Erfrierungen an den Ohren, der Nase, den Fingern oder eben den Zehen auf. Erfrierungswunden sind vergleichbar mit Brandwunden und werden nach Graden klassifiziert. Typische Symptome sind blau-rote Flecken und ein taubes Gefühl in Händen und Füßen. Hauptursache für Erfrierungen ist falsche Kleidung. Hier empfiehlt sich das sogenannte Zwiebelprinzip: verschiedene, dünne Schichten von Bekleidung übereinander gezogen. Wer sich länger im Freien aufhält sollte zu Funktionswäsche greifen. Sie schützt den Körper vor Unterkühlung und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Auch auf längeren Autofahrten sollten die Fahrer für den Notfall eine Decke im Wagen haben und eine Thermoskanne mit warmen Tee mitnehmen.
Besonders gefährlich wird die kalte Jahreszeit aber für diejenigen, die auf der Straße leben. Häufig sind die Betroffenen physisch oder psychisch nicht in der Lage, sich vor der Kälte zu schützen oder Hilfe zu suchen. „Einige Wohnungslose unterschätzen aufgrund von Rauschmitteln oder Alkohol die Gefahr des Kältetods. Jedes Jahr erfrieren Menschen in Hauseingängen oder auf Parkbänken“, erklärt Dipl.-Gesundheitslehrer Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie in Hannover.
Die Johanniter appellieren deshalb, hinzuschauen und Hilfe zu holen, wenn jemand in Gefahr ist. Wer einen Menschen in der Kälte findet, sollte sofort handeln und den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 alarmieren.