Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Online-Heilung per Video

Einmal einloggen und schon ist man im virtuellen Sprechzimmer. Online-Sprechstunden sollen Patienten künftig unnötige Wege und Wartezeiten ersparen und Praxen entlasten. (Foto: Fotolia/Kozirsky)
(bc). Die Bundesregierung wirbt schon lange für den Ausbau der Telemedizin. Im Dezember hat der Bundestag nun ein neues sogenanntes E-Health-Gesetz verabschiedet. Ein kleiner, aber höchst interessanter Bestandteil dieses neuen Paragraphen ist die Einführung einer Online-Videosprechstunde bei Haus- und Fachärzten. Die Idee dahinter: Patienten können sich online heilen lassen.
Noch steckt die Idee zwar in den Kinderschuhen, könnte laut Michael Schmitz, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bezirksstelle Stade, aber irgendwann ein „ganz normales zusätzliches Angebot in der ambulanten Versorgung werden“.

• Das ist geplant: Digitale Technologien sollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Kontakt zum Arzt vereinfachen und Sprechstunden über größere Entfernungen ermöglichen. Inhalt des Gesetzes ist es, dass sog. telekonsiliarische Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen ab April 2017 und Online-Videosprechstunden ab Juli 2017 in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen werden. Das bedeutet: Ärzte, die solche Sprechstunden anbieten, bekommen sie vergütet

• Für welche Patientengruppen sind solche Sprechstunden gedacht?
Nicht für Patienten, die erstmals mit einer Krankheit oder Verletzung beim Arzt vorstellig werden, sondern für diejenigen, die zur Nachkontrolle müssen. Reicht ein kurzer Blick und ein Gespräch, könnte das online abgewickelt werden. Online-Sprechstunden könnten vor allem für Patienten in Frage kommen, die in ländlichen Regionen wohnen, wo es wenige Ärzte gibt. Außerdem könnten sie Praxen entlasten.

• Wie funktioniert die Sprechstunde technisch?
Mithilfe einer Software soll sich der Patient per Computer oder Tablet-PC in ein virtuelles Arztzimmer einwählen können. Internetanschluss und Webcam sind dazu erforderlich. Modellversuche wurden bereits erfolgreich durchgeführt.


Wunschtermine sind nicht möglich


Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) startet, wie gesetzlich gefordert (das WOCHENBLATT berichtete), am 25. Januar um 8 Uhr ihre neue „TerminServiceStelle“. Sie soll gesetzlich versicherten Patienten mit einer Überweisung, auf dem ein entsprechender Code vermerkt ist, binnen einer Woche einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen vermitteln. Die „TerminServiceStelle“ ist unter Tel. 0511 - 56 999793 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Sie sollte laut KVN erst in Anspruch genommen werden, wenn alle anderen Versuche, einen Termin zu bekommen, scheitern. „Eines muss klar sein: Es wird keine Termine bei Wunschärzten, zu Wunschzeiten oder in Wunschregionen geben. Bei begrenzter Vergütung kann es auch nur zu begrenzten Leistungen kommen“, sagt der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch.