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Onlinehandel ergänzt stationären Einzelhandel

Besonders jüngere Menschen können sich einen Alltag ohne Onlineshopping gar nicht mehr vorstellen. (Foto: Flickr shopping/ Hamza Butt)
Vor allem jüngere Menschen können sich einen Alltag ohne Onlineshopping gar nicht mehr vorstellen.
Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig das Ende des Einzelhandels. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen Verbände und Politik, den Einzelhandel zu stärken. Eine aktuelle Studie macht allerdings deutlich, dass die Konsumenten die Onlineshops nicht als Ersatz, sondern hauptsächlich als Ergänzung zu den lokalen Läden betrachten.

Laut der Studie des E-Commerce-Verbands kaufen Internetnutzer in Deutschland vor allem abends und samstags im Netz ein. Mit einigem Abstand folgen der Freitag und der Sonntag. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband E-Commerce und der Creditreform Boniversum erstellt. Den Studienerstellern zufolge stehen die präferierten Tage allerdings nicht mit den Öffnungszeiten des stationären Einzelhandels in Zusammenhang: "Individuell vorhandene Zeitfenster und Notwendigkeiten bestimmen den Online-Einkauf", so die Autoren.

Während Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel in Deutschland bisher kaum im Internet gekauft werden, sieht es beispielsweise bei Kleidung schon anders aus.
Die Modegeschäfte in der Einkaufsstraße werden durch Onlinegeschäfte wie den Shop Peter Hahn ergänzt, der neben Hausmarken unter anderem Kleidung von Gabor, Joop!, Lacoste und Gerry Weber führt. Die Onlineshops können ihre Ware oft günstiger anbieten, da sie die Kosten für Verkaufspersonal und Ladengeschäfte sparen. Die stationären Geschäfte wiederum bieten ihren Kunden den Vorteil, die Kleidung direkt vor Ort anprobieren zu können. Wirtschaftsexperten empfehlen dem stationären Einzelhandel, zum Zwecke der Kundenbindung vermehrt in sozialen Medien präsent zu sein sowie digitale Vertriebskanäle zu nutzen.

Um gegenüber dem Onlinehandel nicht im Nachteil zu sein, haben Karstadt und Kaufhof die Initiative "Selbstbestimmter Sonntag" gegründet, wie die Tagesschau berichtete. Ihr Ziel ist es, die Ladenöffnungszeiten der stationären Geschäfte auf den Sonntag auszuweiten. Und zwar nicht nur an den von der Kommune festgelegten Terminen der verkaufsoffenen Sonntage, sondern wöchentlich. Dagegen wehren sich allerdings Gewerkschaften und Kirchen; sie haben sich zur "Allianz für den freien Sonntag" zusammengeschlossen. Ver.di-Sprecherin Eva Völpel betont, dass insbesondere Verkäuferinnen geschützt werden sollen, da sie schon jetzt überdurchschnittlich oft von einer 6-Tage-Woche betroffen seien.

Die GRÜNEN in Niedersachsen sehen das ähnlich. Sie fordern daher, Sonntagsarbeit in Onlineshops zu verbieten. Diese Forderung steht zwar konträr zur Initiative "Selbstbestimmter Sonntag", allerdings verfolgt sie das gleiche Ziel – nämlich eine Stärkung des stationären Einzelhandels. Viele Käuferinnen und Käufer wünschen sich allerdings, sowohl im Internet als auch in der Stadt regelmäßig sonntags einkaufen zu können.