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Spiel des Monats: Kashgar - Geschickte Gewürzhändler sind gefragt

Zehn Jahre Zeit hat sich Autor Gerhard Hecht genommen, um "Kashgar" zu entwickeln
(os). Die Spielebranche boomt: 2013 setzten die Verlage der klassischen Brettspiele und Puzzles knapp 400 Millionen Euro um. Das teilte jüngst die Fachgruppe Spiel mit. Vor allem einfache Familienspiele und Kartenspiele trugen zu dieser Entwicklung bei. Um Ihnen im Wust der Gesellschaftsspiele zu helfen, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats".
Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats März ist "Kashgar". Dabei betätigen sich die Spieler als Händler an der Seidenstraße. Ihre Aufgabe ist es, durch geschicktes Zusammenstellen ihrer Karawanen lukrative Aufträge zu erfüllen.
Spielablauf: Jeder Spieler verfügt über drei offene Kartendecks. Reihum führt der Akteur die vorderste Karte von einer Karawane aus und reiht sie danach am Ende der Karawane ein. Über die Karten - zu Beginn sind das die drei Startkarten Patriarch - generiert der Spieler neue Karten und kommt an Waren, mit denen er Aufträge erfüllen kann.
Für einige Karten werden Kosten in Form von Waren (Gewürzen) und/oder Mulis fällig. Manche Karten bieten mehrere Aktionen, aus denen man eine auswählen muss. Wird eine - rot markierte - Abschiedsaktion gewählt, kommt die Karte anschließend aus dem Spiel. Gezielt eine Karte aus dem Spiel zu nehmen, kann Sinn machen: Der Akteur muss immer darauf achten, dass seine Karawanen nicht zu groß werden. Wenn es zu lange dauert, starke Karten wieder spielen zu können, schmälert das die Siegchancen erheblich.
Jederzeit dürfen die Spieler Aufträge erfüllen, wenn sie im Besitz der geforderten Waren/Mulis sind. Das bringt Siegpunkte - wie auch einige Personenkarten. Das Spiel endet, sobald ein Spieler in seinem Zug mindestens 25 Siegpunkte erreicht hat.
Fazit: "Kashgar" hat unseren Spielerunden gut gefallen. Die Regeln sind überschaubar und sehr gut erklärt, was den Einstieg einfach macht.
In den ersten Minuten fliegt man noch etwas blind durchs Spiel, weil die Auswirkungen der Karten erst einmal verinnerlicht werden wollen. Das gelingt aber spätestens in der zweiten Partie immer besser. Perfekt läuft das Spiel, wenn man in einer Karawane hintereinander Charaktere hat, die sich gut ergänzen, z. B. den Bäcker (er verbraucht Pfeffer für seine Aktion) und den Korbmacher (er erhöht den Pfeffervorrat).
Auf der Spieleschachtel von "Kashgar" steht die Altersempfehlung "12 Jahre". Ich denke, dass auch plietsche Zehnjährige mit dem Spiel keine Probleme haben. Ein Problem hatten wir hingegen mit der Siegpunktzahl: Bei 25 Punkten endete eine Partie mitunter ratzfatz, sodass wir die Summe bei Bedarf auf 30 erhöht haben.
"Kashgar" besticht durch seinen frischen Aufbau-Mechanismus und ist besonders geeignet für Familien, die ein flüssiges Spiel mit leichtem taktischen Anteil suchen.
Kashgar, zwei bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: Kosmos, Autor: Gerhard Hecht, Dauer: ca. 60 Minuten, Preis: ca. 30 Euro
Kategorie: Familienspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten