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Spiel des Monats: Polterfass - Hoch die Fässer, aber nicht zu gierig sein!

(os). Die Spielebranche boomt: In diesem Jahr rechnen die Verlage der klassischen Brettspiele und Puzzles mit einem Gesamtumsatz von mehr als 400 Millionen Euro. Einen Großteil des Umsatzes erwirtschaften die Unternehmen im Weihnachtsgeschäft. Um Ihnen im Wust der Gesellschaftsspiele zu helfen, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats". Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Dezember ist "Polterfass".
Das Spiel verschlägt uns in die Spelunke "Zum Wilden Eber". Dort bestellen die Gäste erstmal ein paar Fässer Bier. Doch ist der Wirt heute auch in der Laune, alle Wünsche zu erfüllen? Oder macht er den Zapfhahn zeitig zu?
Spielablauf: Reihum übernimmt jeder Akteur die Rolle des Wirtes. Alle anderen Spieler sind die Gäste. Zuerst "würfelt" der Wirt alle Fässer - es gibt sieben Zahlenfässer mit den Werten 9/2, 8/3, 7/4 und 6/5 sowie zwei Spezialfässer. Eines verdoppelt den Wert eines Zahlenfasses, eines verdirbt ein beliebiges Zahlenfass.
Nach dem ersten Wurf sind die Gäste an der Reihe. Sie bestimmen mit ihren Handkarten verdeckt, wie viele Bierfässer sie bestellen wollen. Jedem Spieler stehen dafür Karten mit den Werten "0" bis "7" zur Verfügung. Eine oder zwei Handkarten darf jeder Spieler ablegen.
Danach richten sich alle Augen auf den Wirt. Er allein entscheidet, wie lange er weiter die Zahlen- und Spezialfässer würfelt. Bleiben bei einem Wurf alle Fässer liegen, endet die Runde sofort und die Gäste erhalten die Summe ihrer bestellten Bierfässer als Pluspunkte.
Entscheidet sich der Wirt aufzuhören, wird die Summe der ausgeschenkten Bierfässer addiert. Dabei kann der Wirt die Spezialfässer beliebigen Zahlenfässer zuordnen. Damit beeinflusst er die Summe der Bierfässer.
Es gibt zwei Szenarien: Schenkt der Wirt mehr Fässer aus als die Gäste bestellt haben, erhält jeder Gast die Summe der bestellten Fässer als Pluspunkte. Dem Wirt bleibt nur die Differenz aus insgesamt bestellten aus ausgeschenkten Fässern als Gewinn.
Waren die Gäste zu gierig und die Summe der bestellten Fässer ist größer als die Zahl der ausgeschenkten Bierfässer, freut sich der Wirt. Er erhält die gesamte Summe der ausgeschenkten Fässer als Pluspunkte. Der gierigste Gast muss sich die Summe seiner bestellten Fässer als Minuspunkte aufschreiben. Gleichzeitig erhält die Gast mit den wenigsten Fässern dessen Zahl als Pluspunkte.
Danach wird der linke Nachbarn des aktuellen Wirts der neue Wirt. Das Spiel endet, wenn der erste Spieler 75 oder mehr Pluspunkte auf seinem Konto hat.
Fazit: "Polterfass" ist ein schnelles Spiel mit wenigen Regeln, die ruckzuck erlernt sind. Uns hat es viel Spaß gemacht, weil es gut von der Hand geht und in allen Konstellationen kurzweilig ist.
Tatktikfans werden bei "Polterfass" nicht fündig. Es kommt vor allem darauf an, die Mitspieler gut einzuschätzen. Gehen sie volles Risiko oder agieren sie zurückhaltend? Der Einfluss bei "Polterfass" ist - zumindest für die Gäste - eher gering. Sie legen einmal ihre Karten und sind dann dem Wirt "ausgeliefert".
Wen das nicht stört, erhält mit "Polterfass" ein schönes, familientaugliches Spiel. Da es selten länger als 30 Minuten dauert, ist auch eine sofortige Revanche drin. Ich bin immer gern dabei!
Polterfass, drei bis sechs Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Zoch, Autor: Andreas Schmidt, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 15 Euro
Kategorie: Familienspiel, Würfelspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten