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WOCHENBLATT-Redaktionstipp: Kramt doch mal den Videorecorder wieder raus

Wir Kinder der 1980er Jahre sind groß geworden mit Walkman, Commodore 64 und Videorecorder. Mein Tipp für triste Sonntage, wenn draußen der Regen ans Fenster plattert und drinnen niemand nach einem verlangt: Kramt doch mal eure alten VHS-Kassetten hervor, schließt den verstaubten Recorder an (ja mit Scartkabel, richtig) und schwelgt in Erinnerungen.
Genauso habe ich es neulich getan. Herrlich war es. Am lustigsten sind selbst aufgenommene Filme aus dem TV, bei denen weder Ansage noch Werbung herausgeschnitten ist.
Längst vergessene Perlen der TV-Geschichte tauchen wieder auf. TV-Ansagerin Birgit Schrowange kündigt mit Schulterpolster und Betonfrisur die Schwarzwaldklinik an. Der Duracell-Hase trommelt immer weiter, während den anderen die Puste ausgeht. Oder „Danone“ verrät Weisheiten à la: „Fruchtzwerge, so wertvoll wie ein kleines Steak“.
So ein VHS-Nachmittag ist wie eine mentale Zeitreise in die eigene Jugend. Plötzlich erinnert man sich noch an ganz andere Dinge. Zum Beispiel an einen alten Freund, mit dem man damals den Film gesehen, den man aber aus den Augen verloren hat. Und genau dann sind solche Nachmittage extrem sinnvoll.
Prompt stand die Verabredung. Eine Woche später traf ich den Kumpel nach vielen Jahren wieder. Und alles nur, weil ich den Videorecorder herausgekramt habe. Probiert es doch auch mal aus! Björn Carstens