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WOCHENBLATT-Telefonaktion zum Thema Organspende: Was die Leser wissen wollten

Den Organspendeausweis sollte man immer bei sich tragen (Foto: Berliner Pressebüro)
Die Beraterinnen vom Infotelefon Organspende, einem Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, beantworteten während der WOCHENBLATT-Telefonaktion zahlreiche Leserfragen. Was die Leser wissen wollten:
Frage: Kann man einen eigenen Organspendeausweis ausfülle, wenn man noch nicht 18 ist?
Antwort: Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären.
Frage:Ich bin über 60 – wann ist man zu alt für einen Organspendeausweis?
Antwort: Für die Organspende gibt es keine feste Altersgrenze. Entscheidend ist das biologische Alter. Der älteste Spender im letzten Jahr war 96 Jahre alt.
Frage: Wird von sehr alten Menschen im Fall einer Organspende auch noch ein Herz transplantiert?
Antwort: Organspendern, die zum Zeitpunkt des Hirntodes 65 Jahre oder älter sind, wird in der Regel das Herz nicht mehr entnommen. Anders sieht es mit den Nieren und der Leber aus.
Frage: Wie kommt es, dass Leber und Nieren noch so lange funktionieren?
Antwort: Das hängt damit zusammen, dass diese beiden Filterorgane in der Lage sind, sich immer wieder zu regenerieren.
Frage: Kann man Organspender werden, wenn man zu Hause stirbt?
Antwort: Nein, es kommen nur Personen infrage, die auf der Intensivstation eines Krankenhauses den Hirntod erleiden.
Frage: Wie kann es zum Hirntod kommen?
Antwort: Die wahrscheinlich bekannteste Ursache ist eine Verletzung des Kopfes und damit des Hirns. Zum Hirntod - vor dem Eintreten eines Herzstillstandes - können auch andere Ursachen führen, wie beispielsweise eine Hirnblutung, ein Hirninfarkt, ein Hirntumor oder eine Hirnentzündung.
Frage: Wer würde meine Organe und Gewebe bekommen?
Antwort: Es gibt viele Faktoren, die entscheiden, wer ein bestimmtes Organ bekommt, wie Blutgruppe, Alter, Gewicht und Gewebemerkmale. Je ähnlicher die Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass nur geringe Abstoßungsreaktionen auftreten. Die gemeinsame Warteliste des Verbundes von Eurotransplant, dem Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Kroatien, Österreich, Slowenien, Ungarn und Deutschland angeschlossen sind, erleichtert es, die optimalen Empfänger zu ermitteln.
Frage: Ist der Leichnam nach einer Organ- und Gewebespende entstellt?
Antwort: Nein, der Leichnam wird durch eine Organ- und Gewebespende nicht entstellt. Das Transplantationsteam geht zu jedem Zeitpunkt respektvoll mit dem Körper des Toten um.
Frage: Kann ich auch in einer Patientenverfügung meine Entscheidung für eine Organ- und Gewebespende festhalten?
Antwort: Ja. Hierzu wird folgende Formulierung empfohlen: „Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor.“
Frage: Wenn man einen Organspendeausweis hat - werden dann die Angehörigen im Fall des Hirntodes trotzdem noch befragt?
Antwort: Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, ist eine Organentnahme rechtlich zulässig. Die Angehörigen werden aber informiert.
• Das gebührenfreie Infotelefon 0800-90 40 400 ist von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr für alle Fragen zur Organspende zu erreichen. Weitere Infos unter www.organspende-info.de und www.dso.de.