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Harter Kampf: „Bleib dran, Digga!“

Freut sich auf seinen sechsten Profi-Kampf: Darian Yasar aus Buxtehude
 
Gut abgewehrt! Dennoch ist Gegner Denis Adam Madry (li.) eine echte Herausforderung

Reportage: Das WOCHENBLATT begleitet Buxtehuder Profi-Boxer Darian Yasar zum sechsten Kampf

ab. Buchholz.
Sonntagabend, 20.50 Uhr. Frisch geduscht, aber erschöpft sitzt Darian Yasar auf einem Zuschauerstuhl. Das Gesicht des 27-Jährigen ist malträtiert von den Schlägen seines Gegners Denis Adam Madry, unter dem rechten Auge hat sich ein großer Bluterguss gebildet. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagt er freudestrahlend. Vor knapp 20 Minuten hat der Buxtehuder seinen sechsten Kampf als Profi-Boxer gewonnen - gegen den erstaunlich guten Neuling. „Das war kein leichtes Ding“, erklärt Darian.

18.40 Uhr: Der Zuschauerraum im Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore füllt sich. Mehrere Kämpfe stehen auf dem Programm, unter anderem auch einer der Lokalmatadorin Alicia Melina Kummer (29), Weltmeisterin im Halbweltergewicht. Und eben der von Darian Yasar. Er steigt heute Abend für seinen sechsten Kampf im Weltergewicht (bis 69 Kilo) in den Ring.

Zahlreiche Besucher strömen in den Saal. Bis auf einige nervös hin- und herlaufende Organisatoren ist die Stimmung eher ruhig. Die berühmte Ruhe vor dem Sturm.
„Ich fühle mich gut, ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt der 1,82 Meter große und 66 Kilo schwere Buxtehuder gelassen. Darians Gegner, der Pole Denis Adam Madry, bestreitet an diesem Abend seinen ersten Profikampf. „Beim Wiegen habe ich ihn heute Nachmittag gesehen. Der sieht ganz ordentlich aus“, stellt Darian fest. „Ich erwarte einen starken Kampf.“ Der Pole sei kräftig gebaut, bringe ein Kilo mehr auf die Waage.

Kurz nach 19 Uhr: Die Zuschauerränge sind gut gefüllt. Die Spannung im Saal steigt, als der erste Kampf des Abends beginnt. Darian Yasar, der für Venetis Boxpromotion aus Hamburg startet, tritt im sechsten Kampf an, vier Runden à drei Minuten.

Zirka eine Stunde solle er einplanen, bis er in den Ring müsse, raunt ihm einer der Organisatoren zu. Darian zieht es Richtung Umkleidekabine, unterwegs nimmt er noch ein paar Schulterklopfer und beste Wünsche mit. Schnell noch ein letztes Foto geknipst, dann zieht sich Darian Yasar zurück.

Zum Ende des vierten Kampfes taucht Darian wieder auf, trägt Boxhandschuhe und Shorts. Er wärmt sich auf, trippelt, boxt gegen einen unsichtbaren Gegner, wirkt dabei konzentriert, ernst. Als Darian als „erster Hamburger Jung‘ des Abends“ angekündigt wird, jubeln ihm die Zuschauer zu. Der Boxer läuft ein und besteigt den Ring. Gegen den feingliedrigen Buxtehuder wirkt der Gegner geradezu bullig - nach dem Zeichen des Kampfrichters zum Kampfstart greift er auch sofort an.

Für Darian wird es hart: Der Pole schlägt sich gut, ist flink und trifft. Mehrfach gelingt es ihm, Darian in die Ecke zu drängen. Doch der ist eleganter, weicht immer wieder aus, lässt sich nicht unterkriegen. „Bleib‘ dran, Digga“, rufen die Außenstehenden, geben Tipps, feuern an, loben und beklatschen seine Treffer.

Am Ende ist es ein Sieg nach Punkten, wenn auch ein knapper: Darian Yasar erhält einen Punkt mehr als der Gegner. So ganz kann er nicht glauben, gewonnen zu haben. „Ich habe mehrmals nachgefragt, so richtig angekommen ist es bei mir immer noch nicht“, stellt er fest.

Jetzt heißt es erst einmal erholen. Und danach, das steht für Darian schon fest, wird er den Kampf Revue passieren lassen. Um zu sehen, woran er noch arbeiten muss - damit er auch einen nächsten Kampf gewinnt.

• Auch Alicia Melina Kummer hat gewonnen: Gegen Lina Tejada aus der Dominikanischen Republik kämpfte die 29-jährige Buchholzerin beherzt und verteidigte ihre vier WM-Titel mit einem Punktsieg nach zehn Runden.