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"Das SEPA-Verfahren ist ganz leicht"

Bernd Otto, Leiter des Electronic Bankings der Sparkasse Harburg-Buxtehude (Foto: oh)

Die bekannte Überweisung und Lastschrift soilen mit Einführung des einheitlichen Euro-Zahlungsraums zum 1. Februar 2014 der Vergangenheit angehören.

In den Medien oder auch auf den Kontoauszügen liest man immer öfter Begriffe wie SEPA, IBAN und BIC. Das WOCHENBLATT fragte bei Bernd Otto, dem Leiter des Electronic Bankings der Sparkasse Harburg-Buxtehude, nach, was diese neuen Begriffe für die Privatkunden bedeuten.
WOCHENBLATT: Herr Otto, was verbirgt sich hinter dem Begriff SEPA?
Bernd Otto: SEPA steht für Single Euro Payment Area. Damit gemeint ist ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Um den Zahlungsverkehr in Europa weiter zu vereinheitlichen, werden zum 1. Februar 2014 alle nationalen Zahlverfahren abgeschaltet. In 33 Ländern – das sind die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), dazu Island, Norwegen, Liechtenstein, Monaco und die Schweiz – kommt dann nur noch das SEPA-Verfahren zur Anwendung. Die in Deutschland bekannte Lastschrift und die Überweisung wird es in dieser Form nicht mehr geben.
WOCHENBLATT: Welche Veränderungen bedeutet das neue Verfahren für Privatkunden?
Otto: Statt der Kontonummer und der Bankleitzahl müssen Kunden künftig die International Bank Account Number (IBAN) angeben. Hinter dieser IBAN verbirgt sich die internationale Kontonummer - in Deutschland mit 22 Stellen. Nach dem Länderkennzeichen DE für Deutschland folgen eine zweistellige Prüfziffer, die bekannte achtstellige Bankleitzahl und die zehnstellige Kontonummer. Ihre persönliche IBAN finden Sie bereits auf jedem Kontoauszug und auf neu ausgegebenen Kreditkarten
WOCHENBLATT: Wenn alle nationalen Verfahren zum 1. Februar 2014 abgeschaltet werde, gilt dann vom nächsten Tag an nur noch das SEPA-Verfahren?
Otto: Nein, es wird eine zweijährige Übergangsfrist geben. Wir als Sparkasse Harburg-Buxtehude bieten unseren Privatkunden an, ihre Zahlungen sowohl im Online-Banking als auch an den SB-Terminals und in der Filiale bis zum 1. Februar 2016 auch noch mit der alten Kontonummer und der alten Bankleitzahl zu veranlassen.
WOCHENBLATT: Und bei Auslandüberweisungen?
Otto: Bei grenzüberschreitenden Überweisungen ist für die gleiche Übergangszeit der Business Identifier Code (BIC) zusätzlich anzugeben.
WOCHENBLATT: Welches sind die Vorteile, die man sich vom SEPA-Verfahren verspricht?
Otto: Künftig wird nicht mehr zwischen Inlands- und Auslandszahlungsverkehr unterschieden. Eine einzige Kontoverbindung reicht europaweit aus, um Überweisungen und Lastschriften in Euro vorzunehmen. Damit sinken die Kosten für Auslandsüberweisungen. Das neue Verfahren garantiert, dass Überweisungen innerhalb eines Tages gutgeschrieben werden.
WOCHENBLATT: Und was ist mit Überweisungen ins übrige Ausland?
Otto: Dort ist Vorsicht geboten. Wer zum Beispiel in der Türkei oder in Serbien einkauft, muss zum Teil mit hohen Gebühren rechnen.