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Flammendes Plädoyer für den Meisterbrief

Detlef Bade: "Der Meisterbrief ist ein Qualitätsmerkmal" (Foto: Handelskammer)

Handwerkskammer kritisiert Pläne der EU-Kommission, Ausbildung zu deregulieren

(os). Für die Beibehaltung des Meisterbriefes in Handwerksberufen spricht sich die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade aus. Eine entsprechende Resolution an Politik und Öffentlichkeit wurde jetzt von der Vollversammlung einstimmig verabschiedet. "Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Handwerk stehen geschlossen hinter dem Meisterbrief als Befähigungsnachweis für die selbstständige Ausübung eines Handwerksberufes", erklärte Kammerpräsident Detlef Bade. Mit der Resolution setze die Handwerkskammer ein deutliches Signal gegen Bestrebungen der EU-Kommission, die nationalen Berufszugangsvoraussetzungen zu deregulieren.
Der Meisterbrief sorge in den 41 zulassungspflichtigen Berufen für eine hohe Kompetenz, für stabile Existenzgründungen, für Qualität und eine anerkannt hohe Ausbildungsleistung im Handwerk, heißt es in der Resolution. Die Handwerksordnung dürfe nicht zum "Versuchslabor von Deregulierern" werden. Man dürfe die Fehler von 2004 nicht wiederholen, betont Bade. Damals habe die Politik die Meisterpflicht in zahlreichen Berufen aufgehoben. Folge: Es gebe immer mehr wirtschaftlich kaum tragfähige Ein-Personen-Unternehmen und die Ausbildungsleistung in diesen Berufen sei dramatisch eingebrochen, kritisiert Bade.
Der Meisterbrief als Befähigungsnachweis stelle eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Dualen Berufsbildungssystems dar. Die Ausbildungsquote im Handwerk sei mit rund acht Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft, heißt es in der Resolution. Die von der EU-Kommission erhoffte Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in Europa müsse über verstärkte Anstrengungen im Bildungswesen und bei der Qualifikation der Beschäftigten erfolgen und nicht durch Abschaffung des Meisterbriefes.