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Gute Ernte dank kaltem Mai

Erwarten eine gute Ernte: Rudolf Meyer (Landvolk), Willy Isermann (Kreislandwirt) und Ulrich Peper (Landwirtschaftskammer)

Landwirte erwarten hohe Erträge beim Wintergetreide / Lokale Vermarktung eine Ausnahme

mi. Buchholz. „Ist der Mai kalt und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun und Fass“, besagt eine alte Bauernweisheit. Kalt und nass war der Mai 2013 ausreichend. Jetzt startet die Erntesaison für Wintergetreide und Raps.
„Wir rechnen für den Landkreis Harburg mit einer guten bis sehr guten Ernte beim Wintergetreide“, sagt Willy Isermann, Kreislandwirt im Landkreis Harburg. Gemeinsam mit Rudolf Meyer vom Landvolk Lüneburger Heide und Ulrich Peper von der Landwirtschaftskammer stellte er in Buchholz die Ertrags- und Preisprognosen für das laufende Jahr vor.
Rund 1.000 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften im Kreis Harburg eine Gesamtfläche von 55.000 Hektar. Davon sind 38.000 Hektar Ackerland. Getreide wurde 2013 auf insgesamt 15.400 Hektar angebaut. Rund 90 Prozent davon sind Wintergetreidesorten. Hier erwarten die Experten für Wintergerste und Weizen gute, bei Roggen und „Tritricale“ (einer Kreuzung aus Weizen und Roggen) sogar sehr gute Ernteerträge. Verhaltener seien Aussichten für Kartoffeln Rüben und Mais.
Gute Erträge seien aber nur eine Seite der Medaille. Willy Isermann: „Landwirte sind heute auch Unternehmer, die ihre Produkte zu Weltmarktbedingungen vertreiben. Landwirt sein, das hieße, genaue Marktbeobachtung, Risikobereitschaft und Kalkulation mit Preisschwankungen. „Was der Bauer im Landkreis Harburg für eine Tonne Weizen erhält, wird an den Börsen in Paris und Chicago ausgehandelt“, so der Kreislandwirt. Weil weltweit eine gute Ernte erwartet wird, sei eine Preisvorstellung zwischen 13 und 17 Euro je 100 kg Getreide realistisch.
Und was ist mit Direktvermarktung? Der regionale Vertrieb von Produkten ist laut Isermann eher eine Randerscheinung. Bei Getreide gäbe es ihn so gut wie gar nicht. Allerdings gäbe es gerade im Landkreis Betriebe, die ihre Produkte vor Ort erfolgreich vermarkteten. Niedersachsenweit hätte dennoch die Anzahl der Bio-Betriebe abgenommen, und auch die Anbaufläche sei um rund 1.000 Hektar zurück gegangen. „Bio“ lohne sich wenig, weil im Vergleich zum EU-Ausland die Auflagen in Niedersachsen eine rentable Produktion sehr erschwerten, erklärte Rudolf Meyer vom Landvolk Lüneburger Heide.

Landwirte sind sich ihrer Verantwortung bewusst

• Für Rehe, Niederwild und Bodenbrüter kann das Feld in der Erntezeit zur Todesfalle werden. Besonders bei der Heumahd. Aber auch bei der anstehende Getreideernte. Darauf weist die Gesellschaft für artgerechte Nutztierhaltung hin. Kreislandwirt Willy Isermann erklärt, dass sich die Landwirte im Kreis der Gefahr für die Wildtiere durchaus bewusst seien. Vielfach werde mit den örtlichen Jagdpächtern zusammengearbeitet, auch technische Hilfsmittel, sogenannte Wildretter, die die Tiere rechtzeitig aufscheuchen, seien im Einsatz.