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Hafen brüstet sich mit Rekord

Der Riese der dänischen Reederei "Maersk" soll fortan regelmäßig den Eurogate-Terminal in Hamburg anlaufen (Foto: Foto: Knut Hauschildt/www.schiffe-mx-und-mehr.jimdo.com)
(bc). Und wieder brüstet sich der Hamburger Hafen mit einem neuen Rekord: Am Montag manövrierten Lotsen den Mega-Pott "EUGEN MAERSK" sicher an den Terminal - mit 397 Metern das längste Containerschiff, das jemals die mehr als 100 Kilometer lange Fahrt von der Elbmündung bis nach Hamburg angetreten hat.

Der Riese hat eine Breite von 56,4 Metern und eine Tragkraft von 15.500 Standardcontainern. Das Containerschiff der E-Klasse der dänischen Reederei "Maersk Line" wurde Ende vergangenen Jahres in den Asien-Europa-Dienst aufgenommen und wird laut Hafen-Marketing ab sofort regelmäßig am "Eurogate Container Terminal" anlegen - offenbar unabhängig von der geplanten Ausbaggerung des Flusses.

Trotzdem weist die Hafenwirtschaft abermals darauf hin, dass die Seeschifffahrt dringend die Vertiefung von Unter- und Außenelbe benötigt. Die Anläufe der Containerriesen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Schiffe Hamburg nicht voll beladen und nur in einem engen Zeitfenster erreichen oder verlassen können.

Walter Rademacher vom "Regionalen Bündnis gegen die Elbvertiefung" hält die Argumente der Befürworter für fadenscheinig: "Auch nach einer Vertiefung wird es immer Tiefgangsrestriktionen geben." Überhaupt nutzen nur ein Prozent der großen Schiffe mit einer Ladekapazität von mehr als 13.000 Standardcontainern den schon jetzt möglichen Tiefgang in der Elbe aus. Der Hamburger Hafen sei Endstation im Liniendienst, so Rademacher. "Die Schiffe laden schon vorher einen Teil ab, sie werden Hamburg nie vollbeladen anlaufen. Egal, ob die Elbvertiefung kommt oder nicht."

Ohnehin sei die Fahrrinnenbreite das größere Problem. Stichwort Havarie-Risiko. Rademacher: "Auf der ganzen Welt gibt es keine ähnlichen Verhältnisse, bei denen knapp 400 Meter lange Schiffe mehr als 100 Kilometer durch eine 250 Meter breite Fahrrinne müssen." Auch eine mögliche Elbvertiefung könne nichts daran ändern, dass es nur zwei Zeitpunkte pro Tag gebe, an denen die Pötte im Hafenbereich drehen können.

Wie berichtet, ist noch immer nicht klar, wann die Bagger starten können. In dem Klageverfahren der Umweltschutzverbände BUND und NABU hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen ersten Termin für die mündliche Verhandlung für den 15. Juli 2014 anberaumt. Insgesamt sind bis zu neun Verhandlungstage vorgesehen. In dem Prozess geht es nur noch um Fragen des Umweltschutzes.

Seit Oktober 2012 ist die bereits planfestgestellte Vertiefung und Verbreiterung der Elbe ausgesetzt. Eigentlich sollten die Baumaßnahmen schon längst begonnen haben. Bund und Hamburg wollen die Elbe so vertiefen, dass Schiffe mit bis zu 14,50 Metern Tiefgang tideunabhängig den Hafen erreichen können.