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Harburger Anzeigen und Nachrichten: Abschied mit einer Sonderausgabe

Erscheint am Montag zum letzten Mal: die Tageszeitung „Harburger Anzeigen und Nachrichten“
(mum). Das war‘s: Nach fast 170 Jahren erscheint am Montag die letzte Ausgabe der „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ (HAN). Mit einer Sonderveröffentlichung will sich die Lokalzeitung von ihren Lesern verabschieden. Wie berichtet, wird das Blatt eingestellt. Laut eigenen Angaben sind 27 festangestellte Mitarbeiter und mehrere freie Mitarbeiter sowie fünf Auszubildende betroffen. Für den Landkreis Harburg bedeutet das Aus des Traditionsblatts, dass die Presselandschaft eintöniger wird.
Die tägliche Auflage der Lokalzeitung für die südlichen Hamburger Stadtteile sowie den niedersächsischen Landkreis Harburg lag zuletzt bei weniger als 13.000 Exemplaren. Nach den offiziellen Zahlen des Branchen-Informationsdienstes „ivw“ hat die HAN damit innerhalb von zehn Jahren fast 8.600 Exemplare Auflage verloren. Der Verlag habe das Ende der Zeitung mit der wirtschaftlichen Lage des Blattes begründet, teilte der Deutsche Journalisten Verband mit. Die Erlöse aus Verkauf und Anzeigen seien seit Jahren rückläufig.
Die HAN gehört mehrheitlich der Hanseatischen Verlags-Beteiligungs AG (HVB), die wiederum zu mehr als 50 Prozent im Besitz der Mediengruppe Madsack ist. Die Verlagsgruppe Axel Springer hält eine Minderheitsbeteiligung von knapp 25 Prozent an der HAN.
Gegründet 1844 hat sich die HAN überregional einen Namen durch prominente Kolumnisten und Interviews gemacht. So hatte der SPD-Politiker Herbert Wehner über lange Jahre seinen Wahlkreis in Hamburg-Harburg und gab dem Blatt immer wieder exklusive Interviews und schrieb Gastbeiträge. Ähnlich hielt es sein Nachfolger Hans-Ulrich Klose. Auch der frühere CDU-Politiker Volker Rühe war als Harburger Abgeordneter dem Blatt verbunden.