Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Papierkram: Was darf in den Reißwolf?

(bim/nw). Häufig wird der Jahreswechsel genutzt, um Belege, Quittungen und Rechnungen zu ordnen. Dabei sollte nicht alles, was sich über die Jahre angesammelt hat, blindlings weggeworfen werden. Eine Reihe von Belegen müssen für das Finanzamt aufbewahrt werden, erklärt der Bund der Steuerzahler. Dies gilt nicht nur für Unternehmer, auch Privatpersonen sollten bestimmte Belege nicht gleich aussortieren.
Ein Unternehmer muss Geschäftsbücher, Inventare, Bilanzen und sonstige zu führende Bücher zehn Jahre lang aufbewahren. Auch für digitale Aufzeichnungen gilt die zehnjährige Speicherfrist. Empfangene oder abgesandte Handels- und Geschäftsbriefe müssen sechs Jahre lang aufbewahrt werden. Die Aufbewahrungsfrist beginnt jeweils mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung in das Geschäftsbuch gemacht, das Inventar aufgestellt, die Bilanz festgestellt, der Geschäftsbrief abgesandt oder empfangen wurde usw. Zu Beginn des Jahres 2014 können Unternehmer daher folgende Unterlagen entsorgen:
Bücher und Aufzeichnungen mit der letzten Eintragung aus dem Jahr 2003 oder früheren Datums.
Inventare, die bis 31. Dezember 2003 oder früher aufgestellt worden sind.
Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und Lageberichte die bis zum 31. Dezember 2003 oder früher aufgestellt worden sind.
Empfangene Handels- bzw. Geschäftsbriefe, die bis zum 31. Dezember 2007 oder früher eingegangen sind.
Durchschriften/Kopien abgesandter Handels- bzw. Geschäftsbriefe, die bis zum bis 31. Dezember 2007 oder früher abgesandt wurden.

Privatpersonen müssen Rechnungen und sonstige Belege im Regelfall nicht archivieren. Wurden sie dem Finanzamt vorgelegt und ist der Steuerbescheid in Ordnung, können die Belege entsorgt werden. Gibt der Steuerzahler seine Steuererklärung elektronisch ab, so muss er die Belege bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides aufbewahren, erklärt der Bund der Steuerzahler.
Eine Sonderregelung gibt es allerdings für Steuerzahler, die gut verdient haben. Wer im Jahr 2013 positive Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, nichtselbstständiger Arbeit oder sonstige Einkünfte von mehr als 500.000 Euro erzielt hat, muss die entsprechenden Unterlagen sechs Jahre lang aufbewahren. Zudem weist der Bund der Steuerzahler auf eine Vorschrift aus dem Umsatzsteuergesetz hin, die für Häuslebauer wichtig ist. Danach müssen Rechnungen, die für Arbeiten oder Dienstleistungen an einem Haus, einer Wohnung oder einem Grundstück ausgestellt werden, zwei Jahre lang vom Mieter oder Hausbesitzer aufbewahrt werden.

Zuletzt noch ein Tipp vom Bund der Steuerzahler: Neben den steuerlichen Aufbewahrungsfristen sollten Rechnungen oder Quittungen auch aus zivilrechtlichen Gründen zurückbehalten werden. Mit diesen Belegen lassen sich im Streitfall Verjährungsfristen oder Gewährleistungsrechte besser nachweisen.