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Zehntes Milcherzeugerforum in Harsefeld

Landwirtschaftsexperten, darunter der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje (2. v. li), trafen sich beim Milcherzeugerforum in Harsefeld (Foto: Wolfgang Ehrecke/Landwirtschaftskammer Nds.)

Milchproduktion individuell anpassen / Milchviehbetriebe erneut Schlusslicht

ab. Harsefeld. Individuell auf den Hof abgestimmte Produktionsstrategien, durch die der Milchbauer in schlechten Zeiten über die Runden kommt und in guten Zeiten Rücklagen bilden kann: So lautet das Ergebnis des zehnten Milcherzeugerforums der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das kürzlich in Harsefeld stattfand.

Die Produktion in den Ställen muss rentabler werden, denn die Bilanz für das vergangene Wirtschaftsjahr fiel ernüchternd aus: Mit einem Gewinn unter 31.000 Euro seien die Milchviehbetriebe erneut Schlusslicht unter den landwirtschaftlichen Betriebsformen, teilte Kammerpräsident Gerhard Schwetje den 220 Forums-Teilnehmern mit. Faktoren wie das Russland-Embargo und Discounter-Preise und nicht zuletzt eine „überbordende Milchproduktion“ setze den Milchpreis massiv unter Druck, so Schwetje.

Erhöhten Handlungsbedarf sah der Fachbereichsleiter für Betriebswirtschaft und Rinderhaltung der LMS Agrarberatung aus Rostock, Dr. Stefan Weber, in der Jungviehaufzucht. Diese sei zu kostspielig, denn: „Mindestens zwei Jahre lang müssen Landwirte vorfinanzieren, bevor der Kapitalrückfluss einsetzt“, sagte Weber. Jeder Betrieb sei gut beraten, zu überprüfen, welcher Weg in Aufzucht und Milcherzeugung für ihn am rentabelsten sei.

Vorhandene Rinder länger als Milchkühe zu nutzen, anstatt die Herde weiter aufzustocken - darauf baut bereits Hilmar Bernd Schulte. Durch ein automatisiertes Melksystem sei die Tiergesundheit verbessert worden und die Milchleistung gestiegen, berichtete der Landwirt. Außerdem werde das Wohlbefinden der Tiere durch mehrmals tägliche Boxenkontrolle, Sauberkeit im Stall und Fellpflege gesteigert.