Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Aggressiv durch Alkohol"

Volker K. wurde dem Haftrichter vorgeführt. Links sein Anwalt Hans Peter Hansen

Tötung von Ex-Frau: Nachbarn beschreiben Volker K. als sehr streitsüchtig, wenn er getrunken hatte

thl. Winsen. Die Straße Münze in Winsen ist eine beschauliche Siedlung mit Reihenhäusern aus den 1960er Jahren im Hansaviertel mit gepflegten Vorgärten. Viele Bewohner sind hier seit Jahrzehnten heimisch. In dieser "heilen Welt" hat sich am Sonntagabend ein blutiges Familiendrama abgespielt.
Gegen 19.25 Uhr klingelten zwei Kinder (8 und 12 Jahre alt) an der Tür eines Nachbarn: "Bitte rufen Sie die Polizei, Papa tut der Mama weh." Einer der Jungs hatte sogar ein blutiges Messer in der Hand. Sofort wählte der Nachbar den Notruf. Parallel zum Eintreffen des ersten Streifenwagens um 19.33 Uhr ging ein zweiter Notruf bei der Polizei ein. "Ich habe gerade meine Frau Doreen (40) erstochen", sagte der stark alkoholisierte Anrufer Volker K. (47).
Die Beamten betraten das Wohnhaus. Aus der Küche kam ihnen der 47-Jährige mit erhobenen Händen entgegen. Laut Medienberichten sei der Mann in den Garten gegangen, dort hätten sich die Beamten auf ihn gestürzt und ihn festgenommen.
Im Obergeschoss fanden die Polizisten die 40-jährige Frau leblos am Boden liegend vor. Sie begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen, die Minuten später vom Rettungsdienst übernommen wurden. Die Frau kam mit einem Rettungswagen in eine Hamburger Klinik, dort erlag sie wenig später ihren Verletzungen.
Nach ersten Erkenntnissen war es im Haus zu einem Streit zwischen dem seit längerer Zeit getrennt lebenden Ehepaar gekommen. In dessen Verlauf stach der 47-Jährige mehrfach mit einem Messer auf die Frau ein. Angeblich wollte Volker K. seine Noch-Ehefrau zum Sex zwingen, wogegen sie sich wehrte. Während der Auseinandersetzung waren die Söhne ebenfalls zu Hause. Inwieweit sie die unmittelbare Tat mit ansehen mussten, ist noch unklar. Beide Kinder wurden durch ein Kriseninterventionsteam betreut.
Die Nachbarn in der Reihenhaussiedlung sind entsetzt über das Verbrechen. "Immer wenn Volker getrunken hatte, wurde er aggressiv. Deshalb kam es immer öfter zum Streit, auch als Volker schon lange ausgezogen war", erzählte eine Nachbarin, die namentlich nicht genannt werden möchte, dem WOCHENBLATT am Montag. Ein Rentner will Volker K. bereits am Nachmittag im Garten des Hauses gesehen haben. "Er hatte einen hochroten Kopf", erzählt er. Außerdem will der Senior laut Medienberichten wissen, dass "ab und zu ein fremder Mann bei Doreen K. zu Gast war, der auf der Terrasse von ihr bewirtet wurde".
Die Kinder des Paares werden derzeit offenbar von einem Winsener Ratsherrn betreut, der gegenüber des Tatortes wohnt. Dort fuhr am Montag erneut ein Fahrzeug des Kriseninterventionsteams der Johanniter vor. Sich dazu äußern wollte der Politiker aber nicht.