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Angeklagte hüllen sich in Schweigen

thl. Lüneburg. "Unsere Mandanten werden sich zur Sache nicht einlassen." Unisono erklärten die Anwälte des 21-jährigen Winseners und seiner Mutter (49), dass der 10. Großen Strafkammer am Lüneburger Landgericht eine langwierige Beweisaufnahme nicht erspart bleibt. Grund: Beide Angeklagten müssen sich wegen verschiedener Delikte verantworten. Die Mutter wegen Körperverletzung, der Sohn wegen schwerer Körperverletzung, Vergewaltigung und versuchtem Totschlag.
Laut Anklage soll der 21-Jährige im April 2014 seine Tante mit einem Fahrradschloss gewürgt und dabei ihren Tod in Kauf genommen habe. Das habe er ihr gegenüber auch verbal zum Ausdruck gebracht, heißt es in der Anklageschrift. Erst als zwei Anwohner auf die Situation aufmerksam wurden und eingriffen, sei der junge Mann geflüchtet. Wenig später sei er jedoch mit einem Beil bewaffnet im Krankenhaus aufgetaucht, wo sich seine Tante zur Behandlung hin begeben habe. Ein Zeuge mit Zivilcourage habe den 21-Jährigen entwaffnet, bevor er das Beil habe einsetzen können. Daraufhin habe die Mutter ein Messer gezogen und versucht, den Helfer zu attackieren, was jedoch misslang.
Als erste Zeugin sagte die Tante des Angeklagten aus. Die 50-Jährige befindet sich seit dem Vorfall in psychiatrischer Behandlung und leidet unter Schlafstörungen. "Ich habe wahnsinnige Angst gehabt, mehr als Schmerzen", sagte sie über den Abend aus.
So schweigsam wie die Angeklagten, gab sich auch die Ex-Freundin des Winseners. Diese soll er im Dezember 2012 vergewaltigt haben, weil es ihm nicht passte, dass die junge Frau als Modell für Brautmoden arbeitete. Zudem soll es deswegen auch Schläge für die Frau gehagelt haben. Entweder aus Angst oder um ihren Ex nicht zu belasten, zog sie es vor, dem Gericht fern zu bleiben. Keine gute Idee, denn das Gericht verhängte erst einmal ein Ordnungsgeld in Höhe von 300 Euro, zudem kann es jetzt einen Vorführungs-Haftbefehl erlassen, damit die junge Frau beim nächsten Verhandlungstag auf jedem Fall anwesend ist.
Der Prozess geht in der kommenden Woche weiter. Ein Urteil wird Mitte Mai erwartet.