Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Beim Duschen die Klamotten geklaut

Kurioser Kriminalfall fand Nachspiel vor dem Winsener Amtsgericht

thl. Winsen. Eine kuriose Verhandlung fand jetzt vor dem Winsener Amtsgericht statt. Die Darsteller: ein Angeklagter, der alles einräumte, eine junge Frau, die mehrmalige „Sonderangebote“ des Richters ausschlug und ein Opfer, das an einer Strafverfolgung nicht interessiert war.
Es ging um einen Vorfall, der sich in der Neujahrsnacht 2014 ereignet hat. Die Angeklagte (24) machte dem Opfer schöne Augen und nahm ihn mit zu sich nach Hause. Dort ging man gemeinsam duschen. Doch statt eines Schäferstündchens gab es das böse Erwachen. Denn: Als das Opfer aus der Dusche kam, waren seine ganzen Klamotten samt Handy, Geldbörse und Armbanduhr weg. Notdürftig mit Klamotten der Angeklagten bekleidet ging er zur Polizei und erstattete Anzeige. Dabei nannte er den mutmaßlichen Täter: ein Freund (21) seiner nächtlichen Eroberung. Die Anzeige zog er später aber wieder zurück.
Der Täter war vor Gericht geständig, wies aber darauf hin, dass das Opfer alle Sachen wiederbekommen habe. Die junge Frau wollte sich zunächst nicht äußern. Doch als der Richter ihr eine „goldene Brücke“ baute und anbot, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen, wenn sie erzähle, wie der Angeklagte in ihre Wohnung gekommen sei, tischte sie eine „heiße“ Story auf. Sie habe nicht gewusst, dass ihr Freund die Klamotten klauen wollte, sie habe die Tür ihrer Wohnung nur aufgelassen, weil sie hoffte, er würde nachts noch zu ihr kommen. Die Geschichte vom möglichen „Dreier“ wollte der Richter aber nicht glauben. Das Ergebnis: „Goldene Brücke“ abgerissen, 450 Euro Geldstrafe sowie 750 Euro Geldstrafe für den 21-Jährigen wegen Diebstahls.