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Betrug mit Überweisungsträgern

thl. Winsen. Wegen Betruges, Beleidigung und Erschleichen von Leistungen musste sich jetzt ein 46-jähriger Hamburger vor dem Winsener Amtsgericht verantworten. Verurteilt wurde er jedoch nicht, ein Gutachter soll jetzt erst einmal den Geisteszustand des Mannes feststellen.
Dem Frührentner soll - so der Staatsanwalt - sich die Kontodaten verschiedener Kirchen besorgt und mit diesen dann Überweisungsträger ausgefüllt haben. Als Zahlungsempfänger trug er mal seinen Nachbarn und mal seinen Lebensgefährten ein. Dabei achtete der Angeklagte darauf, dass die Summen in einem Bereich blieben, in dem die Banken die Überweisung ohne Prüfung der Unterschrift ausführen. Betroffen waren u.a. Kirchengemeinden im Landkreis Harburg und in Buxtehude. Insgesamt entstand dabei ein Schaden von über 20.000 Euro.
Kurios: Einmal wollte der 46-Jährige auf diese Weise auch eine Winsener Rechtsanwaltskanzlei betrügen, die für einen Mandanten Geld von ihm eintreiben sollte. Da fiel die Tatsache, dass er im Metronom beim Schwarzfahren erwischt wurde und dabei die Zugbegleiterin und einen Polizisten aufs Übelste beleidigte, kaum noch ins Gewicht.
Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein und erzählte dem Gericht seine Lebensgeschichte. Als Kind sei er ständig missbraucht worden. Dadurch habe er seit Jahren Depressionen und Belastungsstörungen, wegen denen er in psychiatrischer Behandlung sei. Hinzu komme knapp 15 Jahre Drogenkonsum, seit etwa fünf Jahren sei er aber clean, erhalte nur noch Methadon.
Im Laufe seines Lebens kam der Angeklagte immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Sein Vorstrafenregister zieren 33 Eintragungen, u.a. wegen Diebstahls und Betrug. Grund genug für das Gericht, einmal prüfen zu lassen, ob der Angeklagte in einer Psychiatrie besser aufgehoben ist, als im Gefängnis.