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Bewährung für Drogenbesitz

Auf diesem Gelände wurden die Drogen angebaut (Foto: mum)
thl. Winsen. Die Anklage gegen den 39-jährigen Portugiesen aus Hamburg wog schwer: Duldung von Cannabisanbau, Besitz von harten Drogen und Verstoß gegen das Waffengesetz. Über ihm schwebte deshalb das Damokles-Schwert einer langen Haftstrafe. Grund genug für den bisher unbescholtenen selbstständigen Handwerker, zu Beginn der Verhandlung vor dem Winsener Amtsgericht seinen vom Gericht bestellten Pflichtverteidiger von seinen Aufgaben zu entbinden und sich vom Hamburger Staranwalt Uwe Maeffert verteidigen zu lassen.
Die Staatsanwaltschaft warf dem 39-Jährigen vor, Teile eines von ihm gemieteten ehemaligen Nato-Bunkers in Ramelsloh untervermietet zu haben und den von dem Untermieter darin vorgenommenen Cannabisanbau toleriert zu haben. Die Polizei stellte - als die Sache aufflog - im Bunker weit über 600 abgeerntete Cannabispflanzen sicher. Und auch in der Wohnung des Portugiesen wurden die Fahnder fündig: knapp 50 Gramm Rohopium, knapp 30 Gramm Kokain und 19 Schrotpatronen stellten sie dort sicher.
So richtig verhandelt wurde gegen den Angeklagten allerdings nicht. Noch vor Verlesung der Anklage einigten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidigung in einem Rechtsgespräch auf eine Haftstrafe von höchstens zehn Monaten auf Bewährung für den Drogenbesitz sowie die Einstellung der anderen beiden Anklagepunkte. Ein Angebot, dass sich der Angeklagte nicht entgehen ließ. Am Ende verurteilte ihn der Richter zu neun Monaten Haft auf Bewährung.