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Bewährung für Todesfahrer

thl. Winsen. Wie ist jemand zu bestrafen, der seinen Cousin und einen Freund totgerast und den Unfall selbst schwer verletzt überlebt hat? Diese Frage hatte jetzt das Jugendschöffengericht am Winsener Amtsgericht zu klären. Auf der Anklagebank: ein junger Mann (18), der zum Unfallzeitpunkt gerade drei Monate seinen Führerschein hatte. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung in zwei Fällen.
Das war geschehen: Im Januar dieses Jahres ist der Angeklagte zusammen mit drei Freunden im Pkw unterwegs. Von Rottorf aus wollen sie nach Winsen fahren. Auf der K86 in Sangenstedt passiert es dann. Aufgrund von Straßenglätte und überhöhter Geschwindigkeit kommt der Pkw plötzlich ins Schleudern und kracht frontal in einen entgegenkommenden Lkw. Der Unfallfahrer und ein weiterer Jugendlicher werden schwer verletzt, die beiden anderen Jugendlichen werden aus dem Fahrzeug geschleudert und versterben an der Unfallstelle.
Unter Tränen schilderte der Lkw-Fahrer dem Gericht, wie sich der Unfall abspielte. Das Schlimmste danach war, so der Trucker, dass mehrere Autos an der Unglücksstelle vorbei fuhren, ohne Hilfe zu leisten.
Der Angeklagte sagte aus, er habe keine Erinnerungen mehr an Geschehen.
Das Urteil: sechs Monate Haft auf Bewährung und drei Monate Führerscheinentzug.