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Bewährungsstrafe für Kinderschänder

Täter aus Winsener Freizeitbad verlässt den Gerichtssaal als freier Mann

thl. Winsen/Lüneburg. Ein Urteil im Namen des Volkes? Die Jugendkammer des Lüneburger Landgerichtes hat heute (Donnerstag) einen 40-Jährigen aus dem Landkreis Uelzen wegen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes in Tateinheit mit Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahre, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Der Mann war angeklagt, weil er im Juli dieses Jahres im Winsener Freizeitbad "Die Insel" eine neunjährige Grundschülerin sexuell missbraucht hatte (das WOCHENBLATT berichtete).
In der Urteilsbegründung hielt der Richter dem Angeklagten zugute, dass dieser bisher unbestraft durchs Leben gegangen ist, fünf Monate in Untersuchungshaft saß und von Anfang geständig war. Zudem habe sich der 40-Jährige selbst der Polizei gestellt, nachdem die Beamten öffentlich mit einem Foto nach ihm gefahndet hatte. "Es war Ihnen offensichtlich ein Bedürfnis, sich mit der Tat auseinanderzusetzen", so der Richter zum Angeklagten. Man glaube, so der Vorsitzende weiter, dass der 40-Jährige, der selbst zwei Kinder im Grundschulalter hat, die Tat bereue. Immerhin seien ihm in der Verhandlung mehrfach beinahe die Tränen gekommen. Und: Zur Tatzeit habe sich der Mann in einer extremen Situation befunden, war nahe am Burnout. "Wenn man die Gesamtumstände der Tat und Ihr Tatnachverhalten - Sie haben Ihrem Opfer ja auch ein Schmerzensgeld gezahlt - sieht, kommt die Kammer zu dem Entschluss, dass eine Bewährungsstrafe angemessen ist", erklärte der Richter. Das Urteil ist rechtskräftig. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwältin, die ursprünglich 2,5 Jahre Haft gefordert hatte, verzichteten auf Rechtsmittel. Der Uelzener nahm das lächelnd zur Kenntnis und spazierte aus dem Gerichtssaal, wo bereits Freunde auf ihn warteten.