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Bürger stören Polizeieinsatz - Zuvor hatten vier Jungs mit einer Waffe geschossen

Linda Mossau zeigt die Softairwaffe, mit der die Jugendlichen herumballerten (Foto: Polizei)
thl. Buchholz. Die gute Nachricht zuerst: Niemand wurde verletzt. Doch was Polizisten jetzt bei einem Einsatz in Buchholz erlebten, war alles andere als gut. Sie wurden von Passanten massiv behindert.
Am Montag gegen 18.40 Uhr wurden den Beamten vier Jugendliche (15, 15, 15 und 16 Jahre alt) gemeldet, die hinter den Garagen der Polizeidienststelle mit einer Waffe schossen. Als die jungen Leute die Beamten erblickten flüchteten drei von ihnen, konnten jedoch von einer Streifenwagenbesatzung im Veilchenweg festgenommen werden. Einer der 15-Jährigen drehte sich dabei mit der Schusswaffe in der Hand zu einer Polizistin um, legte die Waffe aber ab, als auch die Beamtin zu ihrer Waffe griff.
Bei der Durchführung der Festnahme und Durchsuchung der Jugendlichen wurden die polizeilichen Maßnahmen mehrfach von Passanten gestört, die sich unbedingt ihren Weg durch den Einsatzort bahnen wollten. Aufforderungen, die Straßenseite zu wechseln, wurden schlichtweg ignoriert. Dabei wurden die Beamten von einem Passanten auch noch bedroht. Ein weiterer Bürger riet den Jugendlichen, sich nichts gefallen zu lassen und wegzulaufen. Eine Frau, der schon die Gewahrsamsnahme angedroht worden war, erschien sogar wenig später auf der Dienststelle, um sich dort zu beschweren. Als sie gebeten wurde, ihre Beschwerde schriftlich einzureichen, verließ sie schimpfend die Dienststelle.
Bei dem sichergestellten Revolver handelt es sich um eine sogenannte Softairwaffe. Diese verschießen Kunststoffkugeln mittels Druckluft. Sie sind zwar grundsätzlich frei verkäuflich, dass Führen in der Öffentlichkeit ist allerdings verboten, zumal die Waffe äußerlich von einer scharfen Schusswaffe nicht zu unterscheiden ist. Den Jugendlichen war offenbar völlig unklar, in welche Gefahr sie sich selbst gebracht haben, indem sie mit dem Revolver herumliefen.
Polizeibeamte, die zu einem Einsatz mit einer Schusswaffe gerufen werden, müssen vom Schlimmsten ausgehen und auf alles gefasst sein, bis eindeutige Entwarnung gegeben werden kann. "Umso unverständlicher ist das Verhalten der Passanten, die offenbar weder die Gefährlichkeit der Situation erfasst noch angemessenes Verständnis für den Polizeieinsatz gezeigt haben", erklärte Polizeichef Uwe Lehne.