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Deutschlands schlimmster Sohn?

Winsen. Wegen unterlassener Hilfeleistung musste sich jetzt ein 49-jähriger Seevetaler vor dem Winsener Amtsgericht verantworten. Im März dieses Jahres soll die Mutter (81) des Mannes laut Anklage im Keller des gemeinsam bewohnten Hauses gestürzt sein und sich dabei verletzt haben. Obwohl die Frau ohne Hilfe nicht mehr von dem unbeheizten Fußboden habe aufstehen können, half ihr der Mann nicht, sondern warf ihr lediglich eine Decke hin. Vier Tage habe die Frau laut Staatsanwaltschaft auf dem kalten Fußboden gelegen. Ihr Sohn habe erst einen Krankenwagen gerufen, nachdem die unterkühlte Frau Blut erbrach.
Ist der Seevetaler Deutschlands schlimmster Sohn? Eine Antwort darauf lieferte der Angeklagte nicht. Er zog es nämlich zunächst vor, der Verhandlung fern zu bleiben. Die Folge: Ein Streifenwagen holte ihn zu Hause ab und führte ihn beim Gericht vor. Dort machte er allerdings auf die Prozessbeteiligten einen wirren Eindruck, wollte sich nicht äußern und lehnte sogar seinen Pflichtverteidiger ab. Nun will das Gericht einen neuen Verhandlungstermin ansetzen. Zunächst soll der Angeklagter aber von einem Psychiater begutachtet werden. "Unter Umständen ist er nämlich verwirrt und war zur Tatzeit gar nicht schuldfähig", so eine Gerichtssprecherin.