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Die Lügen wurden bestraft

thl. Winsen. Dass vor Gericht oft gelogen wird, dass sich die Balken biegen, ist nichts Neues. Dass dieses Privileg auch nur den Angeklagten und nicht den Zeugen zusteht, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Und wer dagegen verstößt, wird hart bestraft. Das musste jetzt eine Altenpflegerin (23) aus der Samtgemeinde Salzhausen feststellen - und hatte dabei am Ende noch unwahrscheinliches Glück. Denn ihr Verfahren wird eingestellt, wenn sie innerhalb von sechs Monaten 500 Euro an die Landeskasse bezahlt.
Angeklagt war die junge Frau wegen uneidlicher Falschaussage. In einem Prozess im vergangenen Jahr gegen eine Kollegin (32), hatte sie behauptet, sie habe gesehen, wie sie - die Kollegin - einer Patientin einen Waschlappen und ein Kissen ins Gesicht gedrückt habe und der Frau über einen längeren Zeitraum die Dusche ins Gesicht gehalten habe, sodass die Heimbewohnerin Atemnot und Angst bekam. Diese Aussage hatte die jetzt Angeklagte auch bereits im Vorwege bei der Polizei getätigt, sodass es dadurch letztendlich zur Anklage und zum Prozess gegen die Kollegin kam, die aber dort freigesprochen wurde, weil sich die Vorwürfe als erfunden herausstellten (das WOCHENBLATT berichtete).
Trat die jetzt angeklagte Altenpflegerin im Prozess gegen die Kollegin gegenüber dem Richter noch schnippisch und zickig auf, gab sie sich jetzt sehr kleinlaut. Sie habe die Taten gesehen, habe sie aber wohl falsch eingeschätzt. Und als ihre Kollegin ebenfalls gegen die heute 32-Jährige erhoben, habe sich einiges vermengt, so die Altenpflegerin: "Ich habe Bilder im Kopf, wie es gewesen sein könnte."
Auf Anraten des Richters entschuldigte sich die schwangere Angeklagte im Gerichtssaal unter Krokodilstränen bei ihrer Kollegin.