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"Du kannst mich ja frei kaufen"

thl. Winsen. Eine Story von blinder Liebe und einem großen Lügengebilde hatte jetzt vor dem Winsener Amtsgericht ein Nachspiel. Angeklagt waren eine 22-jährige Prostituierte aus Seevetal und ihr 25-jähriger Freund. Der Vorwurf lautete versuchter Betrug.
Die Vorgeschichte: Außerhalb ihres "Dienstes" lernte die Frau im vergangenen Jahr in Hamburg einen Mann kennen, der sich nach ihren Aussagen schnell als Klette entpuppte. Sie offenbarte sich ihm, dass sie als Prostituierte arbeiten würde. "Da fragte er mich, ob er mich nicht freikaufen könne", so die Frau vor Gericht. Eine fatale Frage. Denn dadurch reifte in der jungen Frau ein Plan. Sie erzählte ihrem Liebhaber wilde Storys, wie z.B. ihr Zuhälter, von dem sie zum Anschaffen gezwungen werde, habe eingewilligt sie für 15.000 Euro herzugeben. Und: Wenn er sie freikaufen wolle, müsse er sich beeilen, weil sie demnächst nach Amsterdam gebracht werden solle.
Ohne lange zu überlegen willigte der Mann ein. Und während ihn Bedenken kamen, weil hinter der ganzen Sache vielleicht ein Menschenhändlerring stehen könne und er deswegen lieber die Polizei informierte, überredete die Prostituierte ihren jetzt mitangeklagten Freund, ihren Zuhälter zu spielen, den sie in Wirklichkeit nämlich gar nicht hatte.
Das Ende der Geschichte: Als es im Dezember vergangenen Jahres in Hannover zur Geldübergabe kommen sollte, war das Mobile Einsatzkommando (MEK) der Polizei mit von der Partie - und schwupps, lag der vermeintliche Zuhälter in Handschellen.
Schnell flog die ganze Sache auf. Jetzt bekamen die beiden Quittung. Sie bekam fünf Monate Haft, er drei Monate - beide für drei Jahre ausgesetzt zur Bewährung. Zudem müssen beiden jeweils 120 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.