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Ein zu schneller Mausklick

Für das WOCHENBLATT hat sich Albert G. Paulisch in eine Zelle sperren lassen
thl. Winsen. "Erst habe ich gestaunt, dann aber doch geschmunzelt", sagt Winsens Amtsgerichtsdirektor Albert G. Paulisch. Mit gutem Grund: Denn am Donnerstag wurde ihm als Repräsentant des Gerichts eine Ladung zum Haftantritt zugestellt, weil er seiner Verpflichtung zur Ableistung von 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit nicht nachgekommen sein sollte. Gleich verbunden mit der Androhung, dass er von der Polizei verhaftet werde, würde er der Ladung keine Folge leisten.
Für zwei Wochen sollte Paulisch in den Knast umziehen. Beschämt habe er beim Absender angerufen und mitgeteilt, er könne der Aufforderung leider nicht folgen, weil er selbst zu bereits terminierten Verurteilungen anderer schreiten müsse, so Paulisch, der jetzt hofft, dass ihm die Polizei nicht in Handschellen aus der Sitzung herausholt.
Doch was steckt eigentlich dahinter? Ein banaler menschlicher Fehler, der einem zu schnellen Mausklick zu verdanken ist. Denn derjenige, der eigentlich die Strafe absitzen soll, ist ein "Kunde" des Winsener Amtsgerichts, wurde von diesem verurteilt. Paulisch erklärt: "Wenn so eine Ladung am Computer ausgestellt wird, geht ein Fenster auf, in dem alle Verfahrensbeteiligten erscheinen. Wird der Haken dann aus Versehen an der falschen Stelle gesetzt, hat das eben solche Folgen."
So kurios die Sache auch ist, irgendwie muss sich Albert G. Paulisch auch geschmeichelt gefühlt haben: Denn die Strafe sollte er im Jugendknast absitzen.