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Es droht die Höchststrafe

thl. Winsen. Ein 18-jähriger Ägypter soll in Winsen eine Frau vergewaltigt und ihr das Handy geraubt haben. Zudem soll er auch in Pinneberg eine Frau überfallen und ihr das Handy geklaut haben (das WOCHENBLATT berichtete). Was droht dem jungen Mann jetzt, wenn das Gericht ihn schuldig sprechen sollte?
Die Strafe für die Vergewaltigung ist im Paragraphen 177 im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt. Die Mindeststrafe liegt bei zwei Jahren Gefängnis. Sollte der Täter eine Waffe benutzt haben, um sein Opfer einzuschüchtern und gefügig zu machen, drohen mindestens fünf Jahre Haft.
Beim Raub (§249/250 StGB) kommt es ebenfalls darauf an, ob der Täter im Besitz einer Waffe war. Hier liegt die Mindeststrafe bei einem bzw. drei oder fünf Jahren.
In beiden Fällen ist die Höchstgrenze zehn Jahre Gefängnis. Diese kann aber überschritten werden, wenn die Taten nicht als Tatzusammenhang ausgeurteilt werden und eine Gesamtstrafe gebildet wird.
Da der Ägypter aber höchstwahrscheinlich nach Jugendstrafrecht verurteilt wird, kann er mit höchstens  zehn Jahren Haft für alle drei Taten zusammen rechnen.
Die Strafe muss er zunächst in Deutschland absitzen. Laut Strafprozessordnung (StPO) kann er nach Verbüßung der Hälfte der Strafe in sein Heimatland abgeschoben werden. Dieses wird aber in der Regel nur bei "leichteren" Straftaten angewandt. Bei dem 18-Jährigen ist vielmehr davon auszugehen, dass er, sollte er verurteilt werden, die gesamte Strafe hier absitzt und dann abgeschoben wird.