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Ewiggestrig oder einfach nur irre?

thl. Winsen. "Dass Hitler Millionen von Juden umbringen lassen hat, ist ein Märchen jüdischer Kommissare." Solche und ähnliche Sätze gab ein 75-jähriger Rentner aus Halberstadt im April und August vergangenen Jahres mehrfach im Metronom von sich. Leute, die ihm widersprachen, bezeichnete er als Sonderschüler und Behinderte. Ewiggestrig oder einfach nur irre?
Diese Frage musste jetzt das Winsener Amtsgericht klären, wo sich der Senior wegen seiner Äußerungen zu verantworten hatte. Dort sorgte der Mann nicht nur einmal für ein Schmunzeln in den Gesichtern der Zuhörer. Gleich zu Beginn der Verhandlung lehnte er den Richter ab. Begründung: "Der ist voller Hass." - Antrag abgelehnt. Und auch seinen Pflichtverteidiger wollte er nicht haben. "Ich bin geistig voll auf der Höhe und kann mich selbst verteidigen." - ebenfalls abgelehnt.
Kurios ging es auch bei den Zeugenbefragung zu. Der Angeklagte warf dem Richter vor, den Zeugen für deren Aussagen Tipps zu geben, weil er ihnen Passagen aus deren Aussagen bei der Polizei vorhielt. Anschließend wollte der Rentner von den Zeugen wissen, ob sie ein Auto besäßen und wieviel Geld sie im Monat verdienen würden.
Da war für den anwesenden Psychiater klar: Der Angeklagte leidet unter wahnhaften Störungen und ist schuldunfähig. Das Urteil: Freispruch!