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Freispruch für Handwerker

Rentnerehepaar fühlte sich von Schlüsselnotdienst abgezockt und bedroht

thl. Winsen. Der Vorwurf wog schwer: Ein Schlüsseldienst soll ein Rentnerehepaar bedroht, erpresst und abgezockt haben. Straftaten, die mit dieser Handwerker-Branche immer wieder in Zusammenhang gebracht werden. Entsprechend groß war auch das Medieninteresse, als der Fall jetzt am Winsener Amtsgericht verhandelt wurde. Doch diesmal kam alles anders.
Die Vorgeschichte: Im November vergangenen Jahres rief ein Rentner (81) den Schlüsselnotdienst, weil er wegen eines defekten Schlosses nicht mehr aus seiner Haustür herauskam. Doch die Arbeit wurde zu einer unendlichen Geschichte. Erst hatte der Handwerker kein Werkzeug dabei, dann war das neue Schloss auch defekt. Erst am dritten Tag war dann alles soweit in Ordnung, dass man abrechnen konnte. Und da forderte der Schlüsselnotdienst 816,40 Euro. Da die Rentner aber nur 500 Euro im Haus hatte, forderte der Mann das andere Geld mit Nachdruck - und bekam dafür eine Strafanzeige.
Vor Gericht stellte sich die Situation allerdings etwas anders da. Der angeblich überhöhte Preis war schnell erklärt, da allein schon das Material (neues Spezialschloss mit weiteren Ersatzschlüsseln) rund 400 Euro gekostet hat. Hinzu kam, dass der Handwerker den Rentner zuvor auf den Preis für das Schloss hingewiesen habe. Auch die angezeigte Bedrohung und Erpressung vermochte der Richter nicht zu sehen. Zwar habe der Angeklagte seinen Finger mehrfach auf die Rechnung getippt und den darauf stehenden Betrag eingefordert, eine Drohung, dass irgendwas passieren würde, wenn die Senioren nicht zahlen würden, habe es aber nicht gegeben. Aus diesem Grund wurde der Handwerker schließlich freigesprochen.