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Gelegenheit macht Diebe

thl. Winsen. Zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro hat das Winsener Amtsgericht jetzt einen 24-jährigen Koch aus der Elbmarsch wegen Unterschlagung verurteilt. Und damit hatte der junge Mann noch Glück. Denn der Staatsanwalt hatte sechs Monate Haft, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, gefordert.
Es war ein "schwacher Moment", der den bisher unbescholtenen jungen Mann mit dem Gesetz in Konflikt kommen ließ. Im Dezember 2014 wollte er am Automaten einer Bank in Winsen abholen. Er habe gerade seine Karte einstecken wollen, als plötzlich "ausgespuckt" wurde. Erst 3.000 Euro, und Sekunden später nochmal 1.500 Euro. Irritiert von der unerwarteten "Glückssträhne" griff der 24-Jährige zu und steckte das Geld ein. Hand aufs Herz: Wer hätte da anders gehandelt?
Das Problem: Das Geld gehörte eigentlich einer 21-jährigen Auszubildenden. Sie wollte eigentlich 9.000 Euro vom Konto abholen und hatte sich dafür den Geldautomaten freischalten lassen. Dieser spuckte aber zunächst nur 5.000 Euro. Im Irrglauben, es sei bereits die volle Summe, hatte die junge Frau die Geldscheine genommen und die Bank verlassen. Da aber sowohl sie als auch der junge Mann nach ihr von einer Videokamera gefilmt wurden, flog die Sache schnell auf.
Vor Gericht räumte der Elbmarscher die Tat sofort ein. Er sei völlig perplex gewesen und habe gar nicht lange darüber nachgedacht. "Ich bereue die Tat zutiefst", sagte er. Vom Geld habe er angeblich nichts gehabt, weil er es selbst verloren habe. Er wolle den Schaden aber wieder gutmachen, deswegen habe er bereits bei seiner Bank einen Kredit beantragt.