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Großkontrolle: Polizei nimmt mutmaßliche Einbrecher fest

Wurde genauer unter die Lupe genommen: das serbische Fahrzeug mitsamt altem Pkw auf einem Trailer Fotos: thl
 
Die Autos wurden an den A7-Abfahrten gestoppt und kontrolliert
thl. Evendorf. "Die Einbruchszahlen in unserem Landkreis sind zwar gegenüber dem Vorjahr rückläufig, aber immer noch zu hoch." Das sagte Polizeisprecher Jan Krüger am Donnerstag im Rahmen einer landkreisübergreifenden Verkehrskontrolle zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität. Zusammen mit Kollegen aus dem Heidekreis hatten sich rund 100 Beamte an den A7-Abfahrten zwischen Egestorf und Soltau-Ost in beide Fahrtrichtungen postiert, um zu gucken, welche Fahrzeuge dort abfahren. Vor Ort waren auch Beamte des Zolls.
"Seit mehreren Jahren zeigt sich, dass organisierte Banden, die im ländlichen Umfeld der Metropolregion Hamburg Tageswohungseinbrüche begehen, besonders dort zuschlagen, wo ihnen die Infrastruktur eine schnelle An- und Abreise ermöglicht", erklärte Krüger. Mittlerweile würden die Tätergruppierungen auch größere Strecken zurücklegen, um den Kontrolldruck zu entgehen. "Die Hauptziele dieser Kontrolle sind die Erkenntnisgewinnung über Tätergruppierungen und deren Reisewege sowie die Abschreckung durch die offene Präsenz."
Und so lief die Kontrolle ab: Jeweils zwei Beamte standen an den Ausfahrtspuren und stoppten sämtliche Autos. Viele durften passieren, welche jedoch verdächtig waren, wurden in die Kontrollstelle geleitet und dort genauer in Augenschein genommen. Krüger: "Auch wenn der Schwerpunkt auf der Einbruchskriminalität liegt, kontrollieren wir ganzheitlich." Das bedeutet, es wurde auch Papiere überprüft und nach Alkohol- oder Drogensündern Ausschau gehalten.
Zusätzlich waren auf der A7 Streifen- und Zivilfahrzeuge unterwegs, die verdächtige Fahrzeuge, die keine der Abfahrten benutzten, auf den Rastplätzen stoppten und sie kontrollierten.
Für die meisten der überprüften Verkehrsteilnehmer war die Kontrolle nach zwei bis drei Minuten wieder erledigt. Einige Betroffene boten aber Anlass für eine genauere Prüfung. Hierbei wurde unter anderem eine nigerianische Staatsangehörige festgestellt, die mit einem italienischen Aufenthaltstitel illegalerweise einer Beschäftigung in Deutschland nachging. Sie wurde vorläufig festgenommen. Ebenso ein bulgarischer Staatsangehöriger, der mit gefälschten Papieren und einem nicht versicherten Fahrzeug unterwegs war. Ein türkischer Staatsangehöriger wurde positiv auf Drogen getestet. Bei der weiteren Überprüfung stellte sich heraus, dass er mit einem gestohlenen Kennzeichen an seinem Fahrzeug unterwegs war. Auch dieser Mann wurde vorläufig festgenommen.
Möglicherweise verhindert wurde ein Einbruch durch die vorläufige Festnahme dreier georgischer Staatsangehöriger. Alle drei hatten erhebliche Erkenntnisse im Bereich des Bandendiebstahls. Zudem waren sie mit einem Wagen unterwegs, an dem deutsche Kennzeichen eines anderen Fahrzeugs angebracht waren. Darunter hatten die Beschuldigten französische und belgische Kennzeichen montiert, die ein schnelles Wechseln ermöglicht hätten. Für die drei Personen endete die Fahrt in der Gewahrsamszelle in Soltau.
Insgesamt wurden in der sechsstündigen Aktion 228 Fahrzeuge und 327 Personen überprüft. 17 Strafverfahren wurden eingeleitet, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Diebstahls oder Urkundenfälschung. "Ganz nebenbei" ahndeten die Beamten auch diverse Verkehrsordnungswidrigkeiten. In den nächsten Tagen werden die Ermittler der Zentralen Kriminaldienste die gewonnenen Erkenntnisse auswerten und in ihre Arbeit einfließen lassen.