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Haftstrafe für Autoaufbrecher

thl. Winsen. "Das ist alles gelogen. Wir haben nichts gemacht. Ansonsten würden wir freiwillig 20 Jahre ins Gefängnis gehen." Überheblich traten die beiden Angeklagten (31, 35) jetzt vor dem Winsener Amtsgericht auf. Dort sollte sich die beiden Asylbewerber aus Palästina und Marokko wegen eines versuchten Pkw-Aufbruchs verantworten. Pikant: Beide Männer wurden von der Polizei vorgeführt, weil nicht zum Gerichtstermin erschienen waren.
Kurzer Rückblick: Im Juli vergangenen Jahres wurden die beiden aus einer Unterkunft in Winsen ansässigen Männer am Elbdeich in Over neben einen Pkw gesichtet, bei dem die Seitenscheibe eingeschlagen war. Sie wurden vom Fahrzeughalter angesprochen, stritten die Tat aber ab, setzten sich auf ihre Fahrräder und fuhren in Richtung Fliegenberg davon. Dort wurden sie wenige Minuten später von der alarmierten Polizei festgenommen.
Man habe nur eine Fahrradtour gemacht und auf dem Parkplatz in Over eine Rast eingelegt, so die Einlassung der Angeklagten. Und die Überheblichkeit ging weiter. Sie seien nach Deutschland gekommen, um hier zu studieren und sich ein neues Leben aufzubauen, niemals würden sie versuchen, ein Auto aufzubrechen. Und wenn man die Tat tatsächlich begangen hätte, wäre man mit Sicherheit nicht einfach die Hauptstraße entlang geflüchtet.
Doch die Spurenlage sprach gegen die beiden Männer. Bei dem Jüngeren wurde typisches Werkzeug zum Einschlagen einer Autoscheibe gefunden. Und von dem Älteren befanden sich mehrere Finger- und Handabdrücke am Fahrzeug. Erschwerend kam hinzu, dass beide bereits einschlägig in Erscheinung getreten sind. Das Gericht sah als Tatmotiv einen auf der Rückbank des Wagens zurückgelassenen Rucksack, den die beiden Männer klauen wollten. Das Urteil: jeweils sechs Monate Haft, für drei Jahre ausgesetzt zur Bewährung.