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"Hinreichender Tatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt"

Vor dem Winsener Amtsgericht fand jetzt der Prozess statt
thl. Winsen. Gleich mit fünf Anwälten, darunter der Hamburger Star-Verteidiger Uwe Maeffert, marschierten vier Mitglieder der kurdischen Großfamilie C. in den Saal 214 des Winsener Amtsgerichtes ein. Dort sollten sie sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.
Bei der Massenschlägerei im Luhe Park im Oktober 2012 zwischen den Familien C. und A. (das WOCHENBLATT berichtete), sollen die vier auf ein von der Polizei bereits verhaftetes und gefesseltes Mitglied der Familie A. mehrfach eingeschlagen und eingetreten haben. Nach dem Vorfall kamen die vier zunächst wegen des Verdachts des versuchten Totschlags kurzzeitig in Untersuchungshaft, dann milderte die Staatsanwaltschaft den Vorwurf aber auf gefährliche Körperverletzung ab und hob den Haftantrag auf.
Während drei der Angeklagten sich in Schweigen hüllten, bestritt der vierte jegliche Tritte. Er habe seinen Kontrahenten nur mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt, weil er um seine Neffen besorgt war.
Ein Polizist, der als Zeuge geladen war und bei der Schlägerei im Einsatz war, hatte allerdings andere Erinnerungen und konnte sich an zahlreiche Tritte durch die Angeklagten an Körper und Kopf des Opfers erinnern. Das ließ Strafverteidiger Maeffert zur Höchstform auflaufen. Hatte er sich vor der Vernehmung des Beamten noch darüber moniert, dass dieser bewaffnet war, unterstellte er ihm jetzt Unglaubwürdigkeit. "Ein uns vorliegendes Gutachten sagt, dass das Opfer keine Trittverletzungen am Kopf hatte", so der Verteidiger. Er stellte den Antrag auf Einsetzung eines Sachverständigen.
Doch darüber entschied Richter Michael Herrmann gar nicht mehr. Er sah einen "hinreichenden Tatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt" und gab das Verfahren an das Schwurgericht am Lüneburger Landgericht ab. Wann dort verhandelt wird, ist noch offen.