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"Ich habe heute noch Angst"

thl. Lüneburg/Seevetal. Eigentlich wollte die 20-jährige Stellerin zusammen mit ihren Freundinnen nur einen netten Sommertag am Badesee in Maschen verbringen. Doch für die junge Frau wurde es der reinste Horror. Nachdem sie eine Freundin zum Parkplatz begleitet hatte, wurde die nur mit einem Bikini bekleidete Stellerin von einem 25-Jährigen angegriffen und gewürgt. Erst als eine Zeugin dazu kam, ließ der Täter von ihr ab und flüchtete, wurde aber wenig später von der Polizei festgenommen und in U-Haft gesteckt.
Das war am 20. Juli dieses Jahres. Jetzt begann vor dem Lüneburger Landgericht der Prozess gegen den "Würger vom Maschener See". Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. "Mein Mandant bedauert seine Tat, es ist ihm ein Bedürfnis, sich beim Opfer zu entschuldigen", erklärte der Verteidiger. Weitere Angaben und Aussagen würde er aus prozesstaktischen Gründen allerdings nicht machen. Wohl mit gutem Grund: Bei der Polizei hatte der Mann beim Haftrichter nämlich ausgesagt, dass er nach einer gescheiterten Beziehung sich selbst umbringen wollte und die Tat am Badesee ihm den Mut dazu geben sollte.
"Der Täter hat mich von hinten angesprungen und mir den Arm um den Hals gelegt", erzählte das 20-jährige Opfer. Sie habe versucht, sich zu wehren, doch der Angeklagte habe ihren Kopf zurückgerissen, sodass sie keine Luft mehr bekam und sei kurz ohnmächtig geworden. "Ich konnte nicht mehr um Hilfe schreien", erinnerte sie sich an den Horrormoment. Als sie wieder aufgewacht sei, habe der Mann auf ihr gekniet und sie gewürgt. In dem Moment sei die Zeugin dazu gekommen, woraufhin der Täter geflüchtet sei.
Eine Gerichtsmedizinerin, die das Opfer später untersucht hatte, sagte aus, dass die Verletzungen zum dargestellten Tathergang passen würden. Der Täter müsse allerdings während des Würgevorgangs den Druck verringert haben, sonst wäre die junge Frau nicht wieder aufgewacht, hieß es.
Das Opfer leidet noch heute an den Folgen der Tat: "Ich traue mich nicht mehr alleine aus dem Haus, schon gar nicht im Dunkeln."
Der Prozess wird am kommenden Montag, 19. Dezember, fortgesetzt.