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"Kann nicht um Vergebung bitten"

thl. Lüneburg. "Dieser uns anerzogene Gehorsam verhinderte, die täglichen Ungeheuerlichkeiten als solche zu registrieren und dagegen zu rebellieren. Es ist nach heutigen Maßstäben nicht zu fassen." Mit diesen Worten hat Oskar Gröning (wurde am 10. Juni 94 Jahre alt), auch als "Buchhalter von Auschwitz" bekannt, im NS-Prozess vor dem Lüneburger Landgericht seine Mitschuld am Holocaust eingeräumt. "Ich wusste vom ersten Tag an, was mit den deportierten Menschen geschah. Nämlich, dass die meisten von ihnen in der Gaskammer umgebracht wurden. Auch wenn ich unmittelbar mit dem Morden nichts zu tun hatte, habe ich durch meine Tätigkeit dazu beigetragen, dass das Lager Auschwitz funktionierte. Dies ist mir heute bewusst", so der Angeklagte in einer Erklärung, die seine Anwältin für ihn verlas. Er könne aber die Überlebenden nicht um Vergebung bitten, so Gröning weiter, er könne nur den Herrgott darum bitten.
Eigentlich sollten am Donnerstag sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung ihre Plädoyers halten. Da Oskar Gröning aber erneut erkrankt war, wurde der Termin aufgehoben. Der Prozess soll nun am kommenden Dienstag, 7. Juli, fortgesetzt werden.