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Komaschläger-Prozess: Beweisaufnahme geht weiter

Noch kein Urteil, weil Verteidiger neuen Beweisantrag stellt

thl. Lüneburg. Eigentlich sollte am heutigen Mittwoch das Urteil gegen den 34-Jährigen gesprochen werden, der im Rahmen des Meckelfelder Dorffestes im August 2015 einen Polizisten ins Koma geprügelt haben soll. Doch ein neuer Beweisantrag seines Verteidigers Dr. Gerhard Strate machte den Plan der 9. Kleinen Strafkammer zunichte. Jetzt hat die Kammer drei weitere Verhandlungstermine bis in den Dezember hinein angesetzt.
"Der zeitliche Rahmen des Tatgeschehens ist fest fixiert. Allerdings haben das sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenklagevertreter in ihren Plädoyers zerredet", so Dr. Strate. Deswegen wolle er den Hauptbelastungszeugen noch einmal vernehmen lassen. Dazu soll ein Gutachter geladen werden, der "bezeugen wird, dass der Zeuge aufgrund seiner Statur, seines Körpergewichtes und seiner Unsportlichkeit nicht in der Lage war, die von ihm angegebene Strecke vom Notruf bis zum Eintreffen am Tatort in der von ihm angegebenen Zeit zurückzulegen". Zur Erklärung: Der Zeuge arbeitet als Türsteher und betreibt Bodybuilding.
Der Richter will jetzt die Polizei beauftragen, die Strecke von dem Ort, von dem das Opfer und seine Kollegen losgelaufen sind, bis zur Gaststätte Schnurrbart exakt zu vermessen. Dieses Messergebnis soll am nächsten Verhandlungstag - Mittwoch, 8. November, ab 10 Uhr - verlesen werden. Dann will die Kammer auch die Entscheidung über zwei weitere Beweisanträge der Verteidigung (Vernehmung von zwei Polizeibeamten) verkünden.