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Mehrere Zehntausend Euro Schaden: Falsche Polizeibeamte waren dreimal erfolgreich

Polizei warnt erneut vor perfider Betrugsmasche / Opfer sind vor allem Senioren

(thl). In den vergangenen Tagen registrierte die Polizei eine regelrechte Welle von betrügerischen Anrufen bei vornehmlich älteren Menschen im Landkreis Harburg. Schwerpunkte waren die Bereiche Tostedt, Buchholz und Rosengarten. Die Masche der Täter, sich telefonisch als Polizeibeamte auszugeben und dabei im Display des angerufenen Telefons auch die Amtsnummer der jeweiligen Polizeidienststelle einzublenden (sogenanntes Call ID Spoofing), ist besonders perfide. Glücklicherweise haben die zahlreichen Medienhinweise auf dieses Phänomen dafür gesorgt, dass die allermeisten Angerufenen "den Braten rochen", das Telefonat sofort beendeten und die echte Polizei anriefen.

Dennoch ist es den Tätern in drei Fällen gelungen, hohe Geldbeträge zu erbeuten. In Tostedt brachten die Betrüger eine Seniorin dazu, Goldmünzen und Schmuck aus ihrem Bankschließfach zu holen und es einem vermeintlichen Kriminalbeamten zu übergeben. Der Schaden beläuft sich auf rund 90.000 Euro. In Rosengarten wurde eine Ehepaar mit der gleichen Geschichte dazu gebracht, sein Bankschließfach auszuräumen und alles einem Kurier zu übergeben. Der Schaden beträgt rund 70.000 Euro. In Buchholz gelang es den Tätern einen Rentner dazu zu bringen, von seinem Konto in mehreren Vorgängen insgesamt 80.000 Euro abzuheben und das Geld später auszuhändigen. Das Alter der Opfer liegt in diesen drei Fällen zwischen Ende 60 und Anfang 90.

Vornehmlich werden zwei verschiedene Geschichten von den Betrügern genutzt:

Bei der ersten Variante geben sie an, Einbrecher festgenommen und bei diesen die Adresse der Angerufenen gefunden zu haben. Um nun einen drohenden Einbruch oder Diebstahl von Bankunterlagen zu verhindern, sollen die Wertgegenstände der Polizei zur Sicherung übergeben werden.
Bei der zweiten Variante werden Ermittlungen gegen das Bankinstitut angeführt. Hier wird den Betrogenen vorgespielt, dass sie durch Abhebung und Aushändigung ihres Geldes mithelfen könnten, Täter zu überführen.

Natürlich sind die Geldinstitute hinsichtlich dieser Betrugsmasche sensibilisiert und werden bei ungewöhnlich hohen Abhebungen die Kunden ansprechen. Allerdings gehen die Betrüger so geschickt vor, dass sie den Opfern auch Ausreden für die Bankmitarbeiter diktieren, sodass diese die Aushändigung nicht verhindern können.

Die Polizei weist erneut darauf hin, dass mögliche Ermittlungsverfahren niemals telefonisch mit den Betroffenen erörtert werden. Die Beamten würden die Betroffenen aufsuchen, sich dann entsprechend ausweisen oder aber auch eine schriftliche Vorladung für ein Gespräch auf einer Polizeidienststelle versenden. Im Zweifelsfall sollten Betroffene das Telefonat sofort abbrechen, sich die Rufnummer ihrer zuständigen Polizeidienststelle aus dem Telefonbuch heraussuchen und sich dort vergewissern.

Da die Betrüger vornehmlich allein lebende, ältere Menschen kontaktieren, sollte dieses Phänomen auch im Verwandten- und Bekanntenkreis thematisiert werden, um für eine noch größere Sensibilität bei möglichen Betrugsopfern zu sorgen.