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Mit Klemmbrett und flinken Fingern - Trickdiebe fallen über die Region her

Mit einem Stadtplan lenkt die Täterin das Opfer ab. Der zweite Täter klaut in der Zeit die Geldbörse aus dem Einkaufskorb (Foto: Polizei-Beratung.de)
thl. Winsen. Krimireife Szenen am Winsener Schanzenhof. Ein Hamburger Polizeibeamter, der in der Luhestadt wohnt, beobachtet beim Einkaufen zwei osteuropäische Männer, die mit Klemmbrettern unterwegs sind und vorwiegend alte Leute ansprechen. Der Beamte reagiert sofort, ruft Passanten zur Hilfe und setzt die beiden Rumänen fest, bis seine zuständigen Kollegen vor Ort sind. Grund: Die beiden Männer gehören augenscheinlich zu einer Bande, die Trickdiebstähle begeht.
Die beiden Rumänen werden durchsucht. Weil bei ihnen aber kein Geld gefunden wird und auch keine aktuelle Straftat bekannt ist, bekommen die beiden lediglich einen Platzverweis und dürfen wieder gehen.
Dies war nicht der erste Vorfall in Winsen oder im Landkreis Harburg. In der vergangenen Woche kam es vermehrt zu Trickbetrügereien. Mindestens neun Fälle wurden aktenkundig. Die Taten laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Die Opfer, vornehmlich ältere Leute, vor allem Frauen, werden angesprochen. Dann wird ihnen ein Klemmbrett mit einem Zettel, auf dem es um eine angeblich kranke Person geht, oder ein Stadtplan gezeigt. Dann wird mit flinken Fingern die Geldbörse des Opfers aus der Tasche gezogen. Und noch bevor der Diebstahl bemerkt wird, sind der oder die Täter schon längst über alle Berge. "Wird im Rahmen der Fahndung mal ein Täter aufgegriffen, können wir sicher sein, dass er keine Beweisstücke bei sich hat", weiß ein Beamter. Denn in der Regel hält sich noch eine dritte Person in der Nähe auf, der die Beute blitzschnell übergeben wird.
Aufgrund einer dünnen Beweislage kann die Polizei wenig gegen die Täter machen, außer auf Verdrängung setzen. In Hamburg hat die Polizei damit begonnen, die Trickbetrüger, wenn diese irgendwo auftauchen, sofort zu vertreiben. Deswegen verlagern die Tätergruppen ihren "Arbeitskreis" jetzt ins Umland. "Bis sie sich auch hier von uns genervt fühlen, dann ziehen sie weiter", sagt ein Polizist.
• Wie man sich vor solchen Trickdiebe schützen kann, steht im Internet unter www.polizei-beratung.de. Informationen gibt auch Walter Johanßon, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Harburg, Tel. 04181 - 2850.