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Reifenplatzer bei 180 km/h - 24-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Der BMW war nach dem Unfall nur noch ein Haufen Schrott (Foto: Polizei)
thl. Winsen. Ein mit vier Personen besetzter Pkw rast abends mit 180 km/h über die A7 bei Thieshope. Plötzlich platzt ein Reifen. Der BMW kracht in die Leitplanke. Der nicht angeschnallte Beifahrer wird aus dem Fahrzeug geschleudert und erliegt wenig später seinen schweren Verletzungen. Auch die beiden nicht angeschnallten hinten sitzenden Männer sowie der Fahrer tragen erhebliche Verletzungen davon. So geschehen im Januar 2016.
Seit Mittwoch muss sich der Fahrer (24) wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Winsener Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Angeklagte wusste, dass die Reifen des BMW nicht mehr die Mindestprofiltiefe aufwiesen und verschlissen waren, was schließlich zu dem Unfall geführt habe.
Vor Gericht gab der Angeklagte an, er habe an den Unfall selbst keine Erinnerungen mehr, wisse aber, dass er gefahren sei. Pikant war die weitere Aussage: Den BMW hatte er im November 2015 gekauft und kurz danach weiterverkauft. Der neue Eigentümer hatte mit dem Wagen einen Unfall und gab überließ ihn deshalb den Angeklagten, der als Kfz-Mechatroniker in der Ausbildung einen Kostenvoranschlag für die Reparatur erstellen lassen sollte. "Der Wagen war wohl auch an der Achse beschädigt, ich habe diese aber vorher nicht vermessen", so die Aussage des 24-Jährigen. Aber das Reifenprofil sei noch in Ordnung gewesen.
Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt, dann soll auch ein Urteil verkündet werden.