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Schlag gegen Internet-Mafia

Polizei hebt weltweit agierende Pishing-Bande aus

thl. Lüneburg. Großer Schlag gegen das organisierte Verbrechen: Am Mittwoch konnten in einer international koordinierten Aktion mutmaßliche Führungsmitglieder einer kriminellen Vereinigung verhaftet werden. Durch die gleichzeitig erfolgte Beschlagnahme von 39 Servern und mehreren Hunderttausend Domains wurde den Tatverdächtigen allein in Deutschland die Kontrolle über mehr als 50.000 Opfer-Computer entzogen.
Nach über vier Jahren intensiver Ermittlungsarbeit der Cybercrime-Spezialisten der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg und der Staatsanwaltschaft Verden und in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen FBI, dem United States Attorney's Office for the Western District of Pennsylvania, dem Department of Justice sowie den Sicherheitsbehörden von 39 europäischen und außereuropäischen Staaten war es möglich geworden, die wohl weltweit größte Infrastruktur zum Betrieb von Botnetzen aufzudecken und zu analysieren. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt konnten allein auf der Führungsebene 16 Beschuldigte identifiziert werden. Gegen sieben Tatverdächtige hat das Amtsgericht Verden Haftbefehle wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, banden- und gewerbsmäßigen Computerbetruges und anderer Straftaten erlassen.
Mit der strukturierten Zusammenlegung von mehreren Botnetzen war es den Tätern gelungen, Bankkunden, die ihre Geschäfte online erledigten, um durchschnittlich mehr als 5.000 Euro zu schädigen. Mindestens seit 2009 nutzten die Täter die weltweit vernetzte Botnetz-Infrastruktur "AVALANCHE" für Phishing- und Spamkampagnen. Pro Woche wurden mehr als eine Million Spammails mit schädigendem Anhang oder Link versandt. Durch Öffnen des Anhangs oder Anklicken des Links wurde das nunmehr infizierte Computer-System Teil des Botnetzes. Auf diese Weise wurden durch die Täter zeitgleich mehr als 50.000 Opfer-PCs kontrolliert und ausspioniert. Aufgrund der vorliegenden Anzeigen kann die Schadenssumme derzeit auf ca. sechs Millionen Euro aus 1.336 Taten beziffert werden. "Der tatsächliche Schaden dürfte auch in Deutschland weitaus höher liegen, während die genannten Zahlen sowieso nur die Angriffe gegen Opfer in Deutschland wiedergeben", so ein Polizeisprecher. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
• Die Zerschlagung der Botnetzinfrastruktur ist allerdings nur ein erster Schritt. Die Schadprogramme auf den infizierten Rechnern werden dadurch nicht gelöscht. Dies muss durch die Nutzer selbst erfolgen. Die betroffenen Bürger werden über ihre
Provider informiert. Ihnen wird dringend empfohlen, ihre Rechner auf eine Infektion mit Schadprogrammen zu überprüfen. Nähere Informationen dazu unter
www.bsi-fuer-buerger.de/botnetz.